zum Wochenspruch 10. Mai 2026 (5. Sonntag nach Ostern)

»Gelobt sei Gott, der mein Gebet nicht verwirft, noch seine Güte von mir wendet.« (Psalm 66,20)

Lie­be Geschwis­ter und lie­be Freun­din­nen und Freunde!

Der Ver­fas­ser die­ses Psalms bringt für mich mit die­sem Vers etwas ganz Groß­ar­ti­ges zum Aus­druck: Er dankt sei­nem Gott, dass er sein Gebet nicht abwei­sen und ihm dann dar­über hin­aus auch noch sei­ne Güte nicht ver­wei­gern wird.

Ich mei­ne, dass damit die­se Zusa­ge für uns – für Dich und für mich – auch heu­te zu einer unge­mein mut­ma­chen­den Zusa­ge wer­den kann.

Und per­sön­lich bin ich zum Ergeb­nis gelangt, dass ich die­se Erkennt­nis des Beters auch in mei­nem eige­nen Leben genau­so für mich erfah­ren habe. Mit allen mei­nen Anlie­gen, mit allen Sor­gen und Nöten darf ich zu mei­nem Gott kom­men und die Gewiss­heit haben, »er hört mich«. Und er küm­mert sich sogar dar­über hin­aus um mich ganz persönlich!

Ich wün­sche Euch heu­te eben­falls die­se Erkennt­nis und die­se tie­fe Ruhe in Eurem Her­zen. Die­se Zusa­ge darf wirk­lich zur mut­ma­chen­den Rea­li­tät in unse­rem Leben werden.

E. M.

zum Wochenspruch 3. Mai 2026 – Sonntag Kantate

»Singet dem Herrn ein neues Lied, denn er tut Wunder.« (Psalm 98,1)

Lie­be Geschwis­ter und lie­be Freun­din­nen und Freunde!

An die­sem Sonn­tag „Kan­ta­te“ fei­ern wir als Chris­ten unse­re Got­tes­diens­te gewöhn­lich mit einem beson­de­ren Augen­merk auf das Sin­gen und das Musi­zie­ren. Und an vie­len Stel­len in der Bibel lesen wir, dass das Sin­gen und Loben zur Ehre unse­res gro­ßen Got­tes gesche­hen soll.

Von Mar­tin Luther haben wir eine Aus­sa­ge über­lie­fert erhal­ten »Got­tes Wort wird auch durch die Musik gepredigt«.

Des­halb stellt sich für mich die Fra­ge, wie sieht es in dem inne­ren mei­nes bzw. Eures Her­zens aus, wenn wir Lie­der für unse­ren Gott sin­gen. Sind wir uns bewusst, dass die­ser Lob­preis für unse­ren Gott geschieht und sind wir uns auch des­sen Aus­wir­kun­gen auf unser und das Leben ande­rer bewusst?

Nach dem Refor­ma­tor Mar­tin Luther hat die Musik ja »eine Got­tes Wort die­nen­de geist­li­che Funk­ti­on«. Und genau die­se Wir­kungs­wei­se soll­ten wir eigent­lich immer in unse­rem Leben vor Augen haben.

Und dann steht da in unse­rem Wochen­spruch noch die viel­ver­spre­chen­de mut­ma­chen­de Zusa­ge, dass Gott Wun­der tut.

Lasst uns also am kom­men­den Sonn­tag Kan­ta­te dies von gan­zem Her­zen tun: Gott unser Lied zu brin­gen und dar­auf zu ver­trau­en, dass er Wun­der tut.

E. M.

zum Wochenspruch 26.04.26, Jubilate, 3. Sonntag nach Ostern

»Ist jemand in Christus, so ist er eine neue Kreatur; das Alte ist vergangen, siehe, Neues ist geworden.«
(2. Korinther 5,17)

Lie­be Geschwis­ter und lie­be Freun­din­nen und Freunde!

Im Leben des Pau­lus ist eine radi­ka­le Ver­än­de­rung von Sau­lus zu Pau­lus erkenn­bar. Er war der größ­te Chris­ten­ver­fol­ger der dama­li­gen Zeit. Vie­le der dama­li­gen Chris­ten hat­ten gro­ße Angst und sind sogar in die Fer­ne, weit weg von Jeru­sa­lem vor ihm, geflo­hen. Sein dama­li­ges Ziel: die ers­ten Chris­ten und die ers­te christ­li­che Gemein­de kom­plett auszuradieren.

Und dann geschieht – wie er selbst auch schreibt – die­ses lebens­ver­än­dern­de Wun­der: Jesus per­sön­lich begeg­net ihm auf sei­nem Weg nach Damas­kus. Die­se Begeg­nung mit dem auf­er­stan­de­nen Jesus, des­sen Anhän­ger er mas­siv ver­folgt hat­te, stellt sein Leben buch­stäb­lich auf den Kopf. Der größ­te Chris­ten-Ver­fol­ger wird nun­mehr zu einem der ganz gro­ßen Chris­tus-Nach­fol­ger und zum ers­ten Mis­sio­nar in der heu­ti­gen Tür­kei und in Europa.

Wenn wir uns vor die­sem Hin­ter­grund unse­ren Wochen­spruch anschau­en, dann beschreibt Pau­lus also genau das, was er selbst per­sön­lich erlebt hat.

Was wird denn nun neu, wenn ein Mensch von Her­zen an Jesus Chris­tus glaubt?

Wir hören in unse­rem Wochen­spruch: alles! Der Glau­be an Jesus ver­än­dert also das Leben von Men­schen radi­kal. Natür­lich wer­de ich auch als Christ nicht per­fekt und voll­kom­men sein. Daher möch­te ich uns Mut machen, jeden Tag neu zu beten: »Herr, ver­gib mir immer wie­der aufs Neue und mache mich zu einem Men­schen, an des­sen Lebens­stil für ande­re erkenn­bar wird, dass ich zu dir gehö­re, und dass Du daher wirk­lich einen neu­en Men­schen aus mir gemacht hast«.

E. M.

zum Wochenspruch 19.04.2026 (Misericordias Domini)

Christus spricht: »Ich bin der gute Hirte. Meine Schafe hören meine Stimme, und ich kenne sie, und sie folgen mir; und ich gebe ihnen das ewige Leben.« (Johannes 10,11a.27 – 28a)

Lie­be Geschwis­ter und lie­be Freun­din­nen und Freunde!

Vor zwei Wochen haben wir unse­re Got­tes­diens­te zu Grün­don­ners­tag, Kar­frei­tag und Ostern gemein­sam gefei­ert. Wenn wir uns den Tod und die Auf­er­ste­hung von Jesus dann vor unse­rem inne­ren Auge füh­ren, haben wir damit den wohl bes­ten Beleg dafür, dass Jesus wirk­lich die­ser gute Hir­te ist, von dem unser Wochen­spruch hier spricht.

Aber dort steht auch, dass wir als Chris­ten­men­schen auch tat­säch­li­che die­se Stim­me Jesu in unse­rem Leben hören. Ich möch­te uns daher heu­te die Fra­ge stel­len, ob dies wirk­lich auch bei Dir und mir der Fall ist.

Nun, von mir wür­de ich behaup­ten, dass dies nicht immer der Fall ist. Für das Hören der Stim­me Jesu gibt es eben kein Patentrezept.

Wenn ich eine Bezie­hung zu jeman­dem ein­ge­he, bedeu­tet das, dass ich mich auf den ande­ren ein­las­se, dass ich mit ihm gemein­sam Zeit ver­brin­ge. Bei Jesus ist das genau­so. In die­sen per­sön­li­chen Begeg­nun­gen darf ich Jesus immer wie­der dar­um bit­ten, dass er zu mir redet und ich die­ses Reden auch ver­ste­hen kann. Ich selbst habe die per­sön­li­che Erfah­rung gemacht, dass das wirk­lich funk­tio­niert. Bei dem einen mag das tat­säch­lich ganz laut und ver­nehm­bar sein, beim ande­ren ist es die Stim­me, die sein Herz erreicht. Und wenn ich dann das Reden Jesu ernst neh­me und ihm nach­fol­ge, dann habe ich die groß­ar­tigs­te Zusa­ge, die wir Chris­ten über­haupt erhal­ten kön­nen: Jesus schenkt uns das ewi­ge Leben! Ist das nicht heu­te wie­der eine mut­ma­chen­de Perspektive?

E.M.

zum Wochenspruch zum 12.04.26 (Quasimodogeniti)

»Gelobt sei Gott, der Vater unseres Herrn Jesus Christus, der uns nach seiner großen Barmherzigkeit wiedergeboren hat zu einer lebendigen Hoffnung durch die Auferstehung Jesu Christi von den Toten.« (1. Petrus 1,3)

Lie­be Geschwis­ter und lie­be Freun­din­nen und Freunde!

Die­se leben­di­ge Hoff­nung, von der Petrus hier spricht, resul­tiert nach den Aus­sa­gen des Apos­tels durch die Auf­er­ste­hung Jesu von den Toten. Aber kann ich und kannst Du die­se leben­di­ge Hoff­nung tat­säch­lich in meinem/​deinem ganz per­sön­li­chen Leben fest­ma­chen? Spü­re ich die­se leben­di­ge Hoff­nung ange­sichts der vie­len Kri­sen in die­ser Welt in mei­nem eige­nen Leben? Oder über­la­gern die vie­len Kri­sen auf unse­rer Welt doch mei­ne Hoff­nung? Wie sieht es denn mit unse­rer Hoff­nung als Chris­ten in die­ser Welt aus?

Petrus nimmt in sei­ner Aus­sa­ge die Oster­bot­schaft auf; er spricht dar­in von einer leben­di­gen Hoff­nung, die in der Auf­er­ste­hung Jesu von den Toten begrün­det ist. Für mich ist das die groß­ar­tigs­te Bot­schaft, wel­che wir als Chris­ten­men­schen erhalten.

Aber was ver­birgt sich hin­ter die­ser Hoffnung?

Jesus hat uns durch sei­nen Tod am Kreuz und sei­ne Auf­er­ste­hung ein Ange­bot zur Ver­söh­nung mit Gott gemacht. Damit kön­nen wir Men­schen Gerech­tig­keit vor ihm erfahren.

Und die­ses Ange­bot gilt wirk­lich für alle Men­schen, selbst für den Schwer­ver­bre­cher, der neben Jesus am Kreuz hing; die­ses Ange­bot Jesu gilt auch für alle Men­schen, die im Augen­blick am Leben zu ver­zwei­feln dro­hen, für alle Benach­tei­lig­te und Unter­drück­te, für alle, die Not leiden.

Die­se leben­di­ge Hoff­nung soll uns Chris­ten­men­schen in Bewe­gung brin­gen. Ja, und die­se Hoff­nung for­dert dann auch unser ganz per­sön­li­ches Enga­ge­ment! Die­se Hoff­nung soll ver­hin­dern, dass wir uns damit abfin­den, dass unse­re Welt eben so ist, wie sie ist. Gera­de dar­um möch­te ich uns die Fra­ge stel­len: Wo ist dein, wo ist mein per­sön­li­ches Enga­ge­ment, um die­se leben­di­ge Hoff­nung, die wir durch Jesus erhal­ten haben, für ande­re Men­schen sicht­bar zu machen?

Des­halb mei­ne Ein­la­dung für heu­te: Lasst uns wie­der neu zu Mut­ma­chern, für die Men­schen aus unse­rer Umge­bung werden!

E.M.

zum Wochenspruch 22.03.2026 (Judica)

»Der Menschensohn ist nicht gekommen, dass er sich dienen lasse, sondern dass er diene und gebe sein Leben als Lösegeld für viele.« (Matthäus 20,28)

Lie­be Geschwis­ter und lie­be Freun­din­nen und Freunde!

Ist es manch­mal nicht auch bei uns genau­so, dass wir ger­ne im Ram­pen­licht ste­hen und/​oder auch ger­ne hofiert wer­den? Ist das nicht urmensch­lich, dass wir so ticken?

Ich jeden­falls kann mich davon nicht freisprechen.

Und auch den Jün­gern Jesu waren die­se Gedan­ken wohl nicht fremd.

Und dann kommt Jesus und rückt die­se Maß­stä­be ein­fach zurecht. Er stellt ihr gesam­tes Den­ken und Han­deln infra­ge. »Ihr wisst nicht, was ihr bit­tet«, sagt er. Gedul­dig erklärt er ihnen noch ein­mal sei­nen Weg und den Sinn sei­nes Kom­mens für die­se Welt.

Und unmit­tel­bar danach schließt sich dann die Aus­sa­ge aus unse­rem Wochen­spruch an. Ist das nicht nach mei­nen mensch­li­chen Vor­stel­lun­gen ein äußerst merk­wür­di­ges Got­tes­bild? Ein Gott, der die gan­ze Welt geschaf­fen hat, ein Gott, der alle Macht der Welt besitzt will mir die­nen? Die­ses Got­tes­bild wider­spricht doch sehr mei­nen mensch­li­chen Vor­stel­lun­gen von einem gro­ßen all­mäch­ti­gen Gott. Aber Got­tes Ret­tungs­weg für die­se Welt und damit auch für mein Leben sieht eben anders aus. Er lässt sich nicht bedie­nen! Er dient selbst! Er for­dert kei­ne Opfer von uns. Er hat sich für uns Men­schen am Kreuz selbst auf­ge­op­fert. Und er bringt uns damit nicht in wei­te­re Abhängigkeiten.

Im Reich Got­tes gel­ten ande­re Maß­stä­be: Gro­ßes wird klein und Klei­nes wird groß. Rei­che wer­den zu Armen und Arme zu Rei­chen. Nicht herr­schen, son­dern die­nen ist ange­sagt. Genau so hat es Jesus uns vor­ge­lebt! Ich möch­te uns heu­te ein­la­den, die­se Gedan­ken ein­mal für uns selbst wei­ter durch­zu­buch­sta­bie­ren. Und ich wün­sche uns dann ganz viel Mut zu Ver­än­de­run­gen in dem eige­nen Leben.

E. M.

zum Wochenspruch 3. Sonntag der Passionszeit (8. März 2026)

»Wer die Hand an den Pflug legt und sieht zurück, der ist nicht geschickt für das Reich Gottes.« (Lukas 9,62)

Lie­be Geschwis­ter und lie­be Freun­din­nen und Freunde!

Jesus nach­zu­fol­gen scheint selbst nach sei­nen eige­nen Aus­sa­gen nicht ganz so ein­fach zu sein.

Und Jesus gibt sei­nen Nach­fol­gern dann gleich noch eine Emp­feh­lung für sie mit: Wer ein Leben mit Jesus und mit Gott füh­ren möch­te, der blickt also bes­ser nicht mehr auf sei­ne Ver­gan­gen­heit zurück, son­dern schaut unbe­irrt nach vorne.

Viel­leicht ist das für uns Men­schen durch­aus hilf­reich. Denn ganz egal, was da in mei­ner Ver­gan­gen­heit ein­mal gesche­hen sein mag: Unser Blick darf nach vor­ne – auf Jesus – aus­ge­rich­tet sein.

Die Umkehr zu Gott birgt dabei einen wun­der­schö­nen Gedan­ken für uns in sich: Ein völ­li­ger und damit auch ein abso­lu­ter Neu­start mit Jesus und mit Gott ist wirk­lich mög­lich. Und ein Blick zurück auf eine viel­leicht schwie­ri­ge Ver­gan­gen­heit wäre dabei für uns mehr schäd­lich als hilfreich.

Ist das nicht für uns Chris­ten eine wun­der­bar mut­ma­chen­de Per­spek­ti­ve? Wir dür­fen unse­re Bli­cke in unse­rem Leben nach vor­ne auf Jesus Chris­tus lenken!

E. M.

zum Wochenspruch 22.02.2026 (Invocavit – erster Sonntag in der Passionszeit)

»Dazu ist erschienen der Sohn Gottes, dass er die Werke des Teufels zerstöre.« (1. Johannes 3,8b)

Lie­be Geschwis­ter und lie­be Freun­din­nen und Freunde!

Es ist schon etwas frap­pie­rend: Johan­nes stellt in unse­rem Wochen­spruch die Zer­stö­rung als etwas Gutes dar. Mir zeigt die­ser Bibel­vers jedoch, war­um Jesus über­haupt in die­se Welt kom­men musste:

Für mich ganz per­sön­lich heißt das, dass er für die Schuld aller Men­schen und damit auch für mei­ne ganz per­sön­li­che Schuld ans Kreuz gegan­gen und gestor­ben ist. Damit hat Jesus einen völ­lig neu­en Zugang für jeden Men­schen zu Gott geschaf­fen, weil ich ja selbst nicht dazu in der Lage bin, mein Leben zu leben, ohne Schuld auf mich zu laden.

Und zum ande­ren hat er damit aber auch die Macht des Teu­fels über uns Men­schen been­det. Johan­nes bezeich­net dies als Zer­stö­rung der Wer­ke des Teu­fels.

Mit sei­nem Tod am Kreuz besiegt Jesus damit auch das Getrennt­sein der Men­schen von Gott. Jesus hat sich selbst zum Opfer­lamm (so bezeich­net es Jesa­ja) gemacht und hat mit die­ser bedin­gungs­lo­sen Lie­be damit die Macht des Teu­fels, in der Hass und Schuld eine tra­gen­de Rol­le spie­len, besiegt und damit dann auch zerstört.

Ist das nicht unge­mein mut­ma­chend, wenn wir uns zu Beginn der Pas­si­ons­zeit jeden Tag neu vor Augen füh­ren dür­fen »der Teu­fel hat für mich als Chris­ten­mensch nun­mehr kei­ne Macht mehr über mich!«

Damit wird es für uns als Chris­ten dann mög­lich, der Spi­ra­le aus Hass und Gewalt zu wider­ste­hen, weil Jesus genau dies mir ermög­licht. Die Lie­be, die uns Jesus am Kreuz erwie­sen hat, ist damit stär­ker als alle Macht der Welt. Ist das nicht großartig?

E. M.

zum Wochenspruch 15.02.26: Sonntag vor der Passionszeit

»Seht, wir gehen hinauf nach Jerusalem, und es wird alles vollendet werden, was geschrieben ist durch die Propheten von dem Menschensohn.« (Lukas 18,31)

Lie­be Geschwis­ter und lie­be Freun­din­nen und Freunde!

Jesus for­dert sei­ne Jün­ger in die­sem Vers auf, ihn nach Jeru­sa­lem zu beglei­ten. Zu die­sem Zeit­punkt wer­den sie wohl noch kei­nen blas­sen Schim­mer davon gehabt haben, was Jesus in Jeru­sa­lem erwar­ten wür­de: die Leu­te wer­den ihn jubelnd dort emp­fan­gen; nach knapp einer Woche wird er dann gefan­gen genom­men und ihm dann ein völ­lig unfai­rer und damit will­kür­li­cher Pro­zess gemacht; und schluss­end­lich wird er dann gekreu­zigt wer­den. Dass sich damit sei­ne Lei­den­s­an­kün­di­gung erfül­len wird, das konn­ten die Jün­ger wohl zu die­sem Zeit­punkt noch nicht ein­mal ahnen, geschwei­ge denn begreifen.

Viel­leicht geht es uns in unse­rem Leben heu­te ganz genau so: Gott plant mit und für mich Wege, die ich (noch) nicht ver­ste­hen. Da erle­be ich gera­de in mei­nem All­tag einen Bruch in mei­nem Leben, den ich (noch) nicht begrei­fen kann. Und viel­leicht schaf­fe ich es gera­de auch nicht mehr, allei­ne wie­der aus die­ser Situa­ti­on her­aus zu finden.

An die­ser Stel­le habe ich einen unge­mein Mut­ma­chen­den Aspekt in unse­rem Wochen­spruch für mich ent­deckt: Jesus geht den Weg nach Jeru­sa­lem mit sei­nen Jün­gern gemein­sam. Und wir haben auch heu­te als Chris­ten die Zusa­ge von ihm, dass er uns auf allen unse­ren Wegen beglei­ten wird. Dar­auf dür­fen wir ver­trau­en. Lest doch dazu ein­fach mal Psalm 139.

E. M.

zum Wochenspruch 8. Februar 2026 (2. Sonntag vor der Passionszeit)

»Heute, wenn ihr seine Stimme hört, so verstockt eure Herzen nicht.« (Hebräer 3,15)

Lie­be Geschwis­ter und lie­be Freun­din­nen und Freunde!

Manch­mal höre ich von Men­schen die Aus­sa­ge, dass sie Gott nicht hören kön­nen. Wie sieht das bei Dir in Dei­nem Leben aus? Kannst Du sei­ne Stim­me hören, zum Bei­spiel beim Beten, Medi­tie­ren und Spa­zie­ren­ge­hen? Oder hast Du beim Bibel­le­sen viel­leicht eine inne­re Stim­me oder einen Ein­druck, was Du tun solltest?

Ich ertap­pe mich manch­mal dabei, dass ich viel­leicht die­sen Ein­druck gar nicht für mich wahr­neh­men bzw. ver­ste­hen will. Viel­leicht passt mei­ne Wahr­neh­mung gera­de nicht zu dem, was ich mir ger­ne so vorstelle.

Aber wie ist das nun, wenn Gott selbst zu uns redet? Viel­leicht legt Gott gera­de dann auch noch den Fin­ger in eine Wun­de bei mir. Und das dann von mir Wahr­ge­nom­me­ne wird unan­ge­nehm für mich. Ja und dann wür­de ich sogar unter Umstän­den etwas in mei­nem Leben ver­än­dern müssen.

Ich möch­te Euch heu­te Mut machen! Mut machen dazu, Eure Ohren und Eure Her­zen für das Reden unse­res Got­tes auf Emp­fang zu stel­len. Viel­leicht ver­pas­sen wir ansons­ten sehr Wesent­li­ches in unse­rem Leben. Genau das will uns der Wochen­spruch aus dem Buch der Hebrä­er nahebringen.

E. M.