zum Wochenspruch 4. Sonntag nach Trinitatis (23.06.2024)

»Einer tra­ge des ande­ren Last, so wer­det ihr das Gesetz Chris­ti erfül­len.« (Gala­ter 6,2)

Lie­be Geschwister,

als Men­schen und auch als Chris­ten­men­schen sind wir auf­ein­an­der ange­wie­sen, wir sind sozia­le Wesen. Als wir Kin­der waren, muss­ten unse­re Eltern für uns vie­le Ent­schei­dun­gen tref­fen, sich um uns küm­mern, uns versorgen.

In unse­rem Mit­ein­an­der als Erwach­se­ne leben wir arbeits­tei­lig, die eine ist Phy­sio­the­ra­peu­tin und wird drin­gend gebraucht. Ande­re ver­kau­fen uns, was wir zum Leben brau­chen, in der Bäche­rei, im Super­markt oder an Klei­dung. Man­che ver­ste­hen sich auf Hand­wer­ke. Es wird klar, wohin der Gedan­ke führt: Allein wäre vie­les sehr viel schwie­ri­ger. – Wenn wir älter wer­den, dann brau­chen die meis­ten Unter­stüt­zung, viel­leicht Pflege.

In der Gemein­de ist das nicht anders, man­che sind gute Zuhö­ren­de, mit­füh­len­de Seel­sor­gen­de, ande­re sind treu betend. Drit­te brin­gen ihre Gaben in der Kin­der­kir­che lie­be­voll und lebens­lang prä­gend ein. Jemand macht Musik, die ande­ren dient. Jemand predigt.

Und da sind wir bei unse­rem Wochen­spruch: Wir kön­nen die Las­ten der je ande­ren leich­ter machen, wenn wir sie beglei­ten und ent­las­ten. Manch­mal braucht es prak­ti­sche Unter­stüt­zung. Manch­mal ein offe­nes Ohr oder Herz. – Die Grund­vor­aus­set­zung für alles dies aber ist die Lie­be zu den ande­ren. Nur dann näm­lich wol­len wir für sie da sein. In den Fami­li­en ist das klar. Im Beruf braucht es schon »finan­zi­el­le Anrei­ze«, ohne Geld wür­de kei­ne Bäcke­rin Bro­te backen. – Und in der Gemein­de: Haben wir da die geschwis­ter­li­che Lie­be zuein­an­der, die uns antreibt, ein­an­der zu unter­stüt­zen? Ich den­ke, dass es, wenn wir von Got­tes Geist die ande­ren aufs Herz gelegt bekom­men, selbst­ver­ständ­lich wird, dass wir unse­re Gaben einbringen.

Lie­be Geschwis­ter, die Lie­be zuein­an­der bleibt ein Geschenk, aber eines, das wir auch wol­len dürfen.Dann näm­lich erfül­len wir das Gesetz Chris­ti: »Du sollst den Herrn, dei­nen Gott, lie­ben von gan­zem Her­zen, von gan­zer See­le und mit all dei­ner Kraft und dei­nem gan­zen Gemüt, und dei­nen Nächs­ten wie dich selbst« (Lukas 10,27)

F.W.

zum Wochenspruch 3. Sonntag nach Trinitatis (16.06.2024)

»Der Men­schen­sohn ist gekom­men, zu suchen und selig zu machen, was ver­lo­ren ist.« (Lukas 19,10)

Lie­be Geschwis­ter und lie­be Freun­din­nen und Freunde!

Mit die­ser Aus­sa­ge von Jesus endet die Geschich­te, als Jesus beim Zoll­ein­neh­mer Zachä­us zu Gast in des­sen Haus war.

Die theo­lo­gi­sche Eli­te der Pha­ri­sä­er hat­te sich wäh­rend­des­sen über Jesus mokiert und laut arti­ku­liert »bei einem aus­ge­mach­ten Sün­der ist die­ser Jesus eingekehrt!«

Ja, sie muss­ten von Jesus erst ein­mal ler­nen, dass er eben so gar nicht ihren gesell­schaft­li­chen Kon­ven­tio­nen ent­sprach. Aus ihrer Sicht ging das nun mal gar nicht: bei einem Zoll­ein­neh­mer zu Gast sein! Das war aus ihrer Sicht die unters­te gesell­schaft­li­che Schub­la­de; eben ein aus­ge­mach­ter Sün­der! Und dann sagt Jesus die­sen frap­pie­ren­den Satz, dass er eben gera­de die Ver­lo­re­nen suchen und erret­ten möchte.

Viel­leicht kann das für Dich und mich heu­te ein Ansporn sein, wenn wir mal einen Blick auf die Men­schen in unse­rem Umfeld wer­fen? Für wen kannst Du, für wen kann ich heu­te da sein? Wem kön­nen wir etwas von die­ser ret­ten­den und froh­ma­chen­den Bot­schaft von Jesus weitersagen?

Ich wün­sche uns dazu für die kom­men­de Zeit offe­ne Augen und Ohren!

E.M.

zum Wochenspruch 2. Sonntag nach Trinitatis (09.06.24)

»Kommt her zu mir, alle, die ihr müh­se­lig und bela­den seid; ich will euch erqui­cken.« (Mat­thä­us 11,28)

Lie­be Geschwis­ter und lie­be Freun­din­nen und Freunde!

Welch eine groß­ar­ti­ge Zusa­ge erhal­ten hier die Jün­ger von Jesus! Ich den­ke, die meis­ten Men­schen wer­den irgend­wann in ihrem Leben an einen Punkt kom­men, in wel­chem das Leben mühe­voll ist und die Sor­gen dann wie eine Last auf ihre See­le drücken.

Und genau in die­sen Momen­ten gilt für uns Chris­ten­men­schen die Zusa­ge von Jesus: Er selbst will uns erquicken!

Anders aus­ge­drückt könn­te das bedeu­ten: Er will uns die Last abneh­men und uns Ruhe und Frie­den in unser Herz schen­ken, wenn wir selbst nicht mehr kön­nen oder gar am Ver­zwei­feln sind. Wenn uns Angst und Sor­gen drü­cken, wenn uns Krank­heit quält oder wenn uns unse­re Zukunft im Augen­blick ganz düs­ter erscheint!

Ich wün­sche uns, dass wir die­se Zusa­ge von Jesus immer vor Augen haben, wenn uns die Sor­gen in unse­rem Leben mal wie­der erdrü­cken wollen.

E. M.