zum Wochenspruch 28. Juni 2026

»Einer trage des andern Last, so werdet ihr das Gesetz Christi erfüllen.« (Galater 6,2)

Jeder Mensch hat Las­ten zu tra­gen. Man­che sind sicht­bar: Krank­heit, Trau­er, Sor­gen um die Fami­lie oder finan­zi­el­le Nöte. Ande­re blei­ben ver­bor­gen: Ein­sam­keit, Ängs­te, Ent­täu­schun­gen oder Zwei­fel. Oft ver­su­chen wir, unse­re Las­ten allein zu tra­gen. Doch Pau­lus erin­nert die Gemein­de dar­an, dass Gott uns nicht als Ein­zel­kämp­fer geschaf­fen hat.

»Einer tra­ge des andern Last« – das bedeu­tet nicht, dass wir die Pro­ble­me ande­rer voll­stän­dig lösen kön­nen. Aber wir kön­nen ein Stück des Weges mit­ge­hen. Ein offe­nes Ohr, ein ermu­ti­gen­des Wort, ein Besuch, eine hel­fen­de Hand oder ein Gebet kön­nen für einen Men­schen zu einer gro­ßen Ent­las­tung werden.

Jesus selbst hat uns gezeigt, was es bedeu­tet, die Las­ten ande­rer zu tra­gen. Er hat sich den Men­schen zuge­wandt, die aus­ge­grenzt, krank oder ver­zwei­felt waren. Er hat ihre Sor­gen ernst genom­men und ihnen Got­tes Lie­be zuge­spro­chen. Schließ­lich hat er sogar die Last der Schuld der gan­zen Welt auf sich genommen.

Wenn Pau­lus vom Gesetz Chris­ti spricht, meint er das Gebot der Lie­be. Wo Men­schen für­ein­an­der da sind, wird die­se Lie­be sicht­bar. Dort ent­steht Gemein­schaft, die trägt. Nie­mand muss alles allein schaffen.

Viel­leicht ken­nen ihr jeman­den, der gera­de eine schwe­re Last trägt. Viel­leicht bis du selbst auf Hil­fe ange­wie­sen. Bei­des gehört zum Leben in der Gemein­de. Wir dür­fen geben und emp­fan­gen. So wird die Lie­be Chris­ti unter uns lebendig.

Möge Gott uns offe­ne Augen schen­ken für die Men­schen neben uns und ein Herz, das bereit ist, Las­ten mitzutragen.

G. Sch.