Zum Wochenspruch Pfingsten…

»Es soll nicht durch Heer oder Kraft, sondern durch meinen Geist geschehen, spricht der Herr Zebaoth.« (Sacharja 4,6b)

Lie­be Geschwis­ter und lie­be Freun­din­nen und Freunde!

Wie häu­fig höre ich den Satz »ich schaf­fe das!«

Der Pro­phet Sachar­ja hat sehr ermu­ti­gen­de Wor­te für Serub­ba­bel von Gott. Die­ser Serub­ba­bel führ­te die Juden aus dem Exil nach Isra­el zurück, bau­te in Jeru­sa­lem den Altar zur Anbe­tung Got­tes wie­der auf und leg­te den Grund­stein für den Wie­der­auf­bau des zwei­ten Tem­pels. Ein rich­ti­ger Kno­chen­job, den er also damit zu ver­se­hen hatte.

Des­halb war die Zusa­ge, die er von Gott erhal­ten hat­te so wert­voll für ihn: »Nicht auf unse­re eige­ne Kraft kommt es hier an. Nein, Gott selbst will durch sei­nen Geist hier wirken«.

Ich kann mir vor­stel­len, dass die­se Zusa­ge Got­tes für eine rie­si­ge Ent­las­tung bei Serub­ba­bel gesorgt hat. Des­halb habe ich mir die Fra­ge gestellt, wie dies bei mir aussieht.

Wenn ich auf Got­tes Kraft ver­traue, muss ich nicht mehr den­ken »das wird eh nichts«. Im Gegen­teil: Ich kann fel­sen­fest dar­auf ver­trau­en, dass Gott viel mehr kann als ich selbst. Er kann sogar Ber­ge ver­set­zen, mich gesund machen oder mir Frie­den ins Her­zen schen­ken gegen­über dem Men­schen, mit dem ich gera­de nicht klar­kom­me. Und genau die­ses Zutrau­en in die Kraft Got­tes will sein Hei­li­ger Geist in mir bewirken.

Ihr Lie­ben: Das ist Pfings­ten: Got­tes Geist kann das, was wir mit unse­rer eige­nen Kraft nicht ver­mö­gen, als buch­stäb­lich eine Heilige-Geist-Kraft!

E. M.

Himmelfahrt und Pfingsten: Aufbruch der Christenheit…

Das lee­re Grab warf alles Vor­he­ri­ge über den Hau­fen. Die Frau­en, die Jün­ger, sie erleb­ten das Undenk­ba­re: Dass es nach dem Tod wei­ter­ging, dass der Auf­er­stan­de­ne ihnen begeg­ne­te. Erst den Frau­en, dann ein­zel­nen Jün­gern (Johan­nes, Petrus, den Emma­us-Jün­gern), dann allen und schließ­lich, wie Pau­lus im 1. Korin­ther­brief schreibt (1.Kor.15,6), über fünf­hun­dert Leu­ten auf ein­mal, von denen die meis­ten (zur Zeit, als Pau­lus an die Korin­ther schrieb) noch leb­ten. – Die hät­te man also fra­gen können.

Unglaub­lich? Zumin­dest sehr erstaun­lich. So aber ist das mit Ereig­nis­sen, die ein­ma­lig sind. Für oder gegen die­se spricht kei­ne Wahrscheinlichkeit.

Die Geschich­te ging jeden­falls nach Jesu Tod wei­ter, nach der Auf­er­ste­hung folg­te die­se Zwi­schen­zeit von vier­zig Tagen bis Him­mel­fahrt. – Anschlie­ßend nahm die Chris­tus­be­we­gung dann ab Pfings­ten rich­tig Fahrt auf. Dar­um fei­ern wir Pfings­ten als Geburts­tag der Kir­che: Aus den ver­schreck­ten Jün­gern, gewe­se­nen Fischern, Zöll­nern, Auf­stän­di­schen usw., wur­den Apos­tel, geschick­te Gesand­te, die das Evan­ge­li­um in die Welt trugen.

Dar­um fin­de ich es so scha­de, wenn von Him­mel­fahrt nur noch ein Vater­tags-Aus­flug mit alko­ho­li­schen Geträn­ken bleibt und kaum jemand mehr weiß, dass es Pfings­ten um die Gabe (»Aus­gie­ßung«) des Hei­li­gen Geis­tes ging. – Denn: Ohne dies wäre der Glau­be an Jesus als den Chris­tus ein längst ver­ges­se­nes loka­les Ereig­nis geblie­ben. So aber ist Got­tes Geist es, der bis heu­te alle Kir­chen, Gemein­den und auch jeden Chris­ten­men­schen antreibt. Gut so! Gott-sei-Dank!

F. W.