zum Wochenspruch 14. Juni 2026

»Kommt her zu mir, alle, die ihr mühselig und beladen seid; ich will euch erquicken.« (Matthäus 11,28)

Lie­be Geschwis­ter und lie­be Freun­din­nen und Freunde!

Welch eine groß­ar­ti­ge Zusa­ge erhal­ten hier die Jün­ger von Jesus. Ich den­ke, die meis­ten Men­schen wer­den irgend­wann in ihrem Leben an einen Punkt kom­men, in wel­chem das Leben mühe­voll ist und die Sor­gen dann wie eine Last auf die Schul­tern drü­cken. Bei mir ist dies jeden­falls schön öfter so passiert.

Und genau in die­sen Momen­ten gilt für uns Chris­ten die Zusa­ge von Jesus: Er selbst will uns erquicken.

Habt Ihr schon ein­mal über die­ses Wort erqui­cken nach­ge­dacht? Klaus Ber­ger über­setzt hier mit »auf­at­men«. Für mich bedeu­tet dies dann, dass Jesus mir die Last abneh­men und mir Ruhe und Frie­den in mein Herz schen­ken wird, ich also wirk­lich auf­at­men darf; auch dann, wenn ich selbst nicht mehr kann oder am Ver­zwei­feln bin.

Ich wün­sche uns heu­te, dass wir die­se Zusa­ge von Jesus immer vor Augen haben, wenn uns die Sor­gen in unse­rem Leben mal wie­der erdrü­cken wollen.

E. M.

zum Wochenspruch 29. Juni 2025 (2. Sonntag nach Trinitatis)

»Kommt her zu mir, alle, die ihr müh­se­lig und bela­den seid; ich will euch erqui­cken.« (Mt 11,28)

Als Brü­cken­bau­er lässt sich für mich von dem Vers eine Par­al­le­le zur Brü­cken­sa­nie­rung ableiten:

  • Die Belas­tung, z.B. die über die Brü­cke rol­len­den Autos und LKWs;
  • Die Müh­se­lig­keit, z.B. die sich jahr­zehn­te­lang wie­der­ho­len­den und mit zuneh­men­der Fre­quenz erhöh­ten Ach­sen­las­ten der Überfahrten;
  • Das Erqui­cken, z.B. die für die maro­de Infra­struk­tur frei­ge­setz­ten Euros für die Bau­maß­nah­men der Brü­cken­sa­nie­rung – nach Aktu­el­ler Norm­gel­tung – zu investieren.

Was, wenn die­se mate­ri­el­le Par­al­le­le nicht zutrifft und es eher um eine psy­chi­sche Belas­tung des post­mo­der­nen Mensch geht?

  • Die Belas­tun­gen, z.B. die Ansprü­che der Gesell­schaft, sind hoch, die Unsi­cher­heit in der Arbeits­welt ver­ur­sacht Ängs­te, die Nach­rich­ten über Krie­ge geben kei­ne Ruhe. Außer­dem Gefüh­le über Sozi­al­ab­stieg und Ver­glei­che: Die ande­ren haben mehr, obwohl sie weni­ger tun, ich und mei­ne unleid­li­che Lebenssituation…
  • Die Müh­se­lig­keit, z.B. stän­dig und häu­fig alles online zu che­cken und zu ver­glei­chen. Es ist anstren­gend und zeit­auf­wen­dig, ist aber wich­tig die eige­ne aktu­el­le Lage und Lebens­an­sicht selbst zu rechtfertigen.
  • Das Erqui­cken, z.B. sich moti­vie­ren­de You­Tube Vide­os anzu­schau­en, wie ande­re Men­schen sich aus einer ähn­li­chen Lage »befreit haben«, nun vie­le Euros pro Stun­de ver­die­nen und den Man­go-Saft im Urlaubs­pa­ra­dies auf einer Lie­ge genießen.

Ich möch­te mei­nen Blick­win­kel ändern, ansons­ten kom­me ich mit mate­ri­el­len- oder Kopf­ki­no-Par­al­le­len nicht vor­an. Die Ver­än­de­rung pas­siert von innen nach außen.

Im Gebet begeg­ne ich Jesus Chris­tus auf einer per­sön­li­chen, einer geist­li­chen Ebene.

»Kommt her zu mir« möge dabei eine frei­wil­li­ge Ein­stel­lung unse­res eige­nen Her­zens sein. Unse­ren Herrn Jesus Chris­tus ehr­lich, demü­tig, hoff­nungs­voll um Hil­fe zu bitten.

Dann steht seit Ewig­keit her die gestreck­te Hand unse­res himm­li­schen Vaters durch sei­nen Sohn Jesus zu uns.

Dann erquickt uns Jesus Chris­tus. So bekom­men wir eine neue inne­re Kraft, die Jesus uns schenkt und die uns neu wiederherstellt.

Dann ist dem Jesus Chris­tus nichts zu müh­se­lig, um uns immer wie­der neu auf­zu­rich­ten und eine Hil­fe für unse­re Belas­tun­gen zu sein.

Wir gehen zu Jesus hin, und er erneu­ert uns von innen nach außen. Immer wie­der. Amen!

Z. I.