zum Wochenspruch 18.01.2026 (2. Sonntag nach Epiphanias)

»Von seiner Fülle haben wir alle genommen Gnade um Gnade.« (Johannes 1,16)

Lie­be Geschwis­ter und lie­be Freun­din­nen und Freunde!

Der Evan­ge­list Johan­nes spricht in der Ein­lei­tung sei­nes Evan­ge­li­ums von Jesus: die­ser Jesus (Johan­nes bezeich­net ihn auch als das Wort) wur­de ein Mensch aus Fleisch und Blut. Er hat unter den Men­schen gelebt und vie­le der Men­schen damals erkann­ten sei­ne gan­ze Macht und gött­li­che Hoheit, die ihm Gott, der Vater, gege­ben hat­te (Vers 14).

Von die­sem Jesus emp­fan­gen wir nun­mehr Gna­de. Die Gute Nach­richt Bibel über­setzt die­ses Wort »Gna­de« mit »gren­zen­lo­ser Güte«.

Die­ser Jesus über­schüt­tet mich also mit sei­ner gren­zen­lo­sen Güte. Als Chris­ten­men­schen wis­sen wir, dass Jesus mich von mei­ner Schuld freispricht.

Und damit darf ich leben wie einer, der sich nie etwas zuschul­den hat kom­men las­sen. Und dies sogar dau­er­haft und für immer!

Ich möch­te Euch heu­te ein­la­den, wie­der neu dar­über ins Stau­en über die­se »gren­zen­lo­se Güte« unse­res Got­tes zu gelangen.

E. M.

zum Wochenspruch 1. Sonntag nach dem Christfest (29.12.2024)

»Wir sahen sei­ne Herr­lich­keit, eine Herr­lich­keit als des ein­ge­bo­re­nen Soh­nes vom Vater, vol­ler Gna­de und Wahr­heit.« (Johan­nes 1,14b)

Lie­be Geschwister,

die Macht und Hoheit, (Luther­bi­bel »Herr­lich­keit«), von der hier gespro­chen wird, die sah man bei Jesus erst spä­ter, nicht gleich nach der Geburt. Wir kom­men ja von Weih­nach­ten her. Als Jesus aber öffent­lich wirk­te, nach sei­ner Tau­fe durch Johan­nes, da mer­ken die Men­schen, die ihn erle­ben, wie Gott in und mit ihm wirk­te. Wie­der mit der Guten Nach­richt: »Got­tes gan­ze Güte und Treue ist uns in ihm begegnet«.

Mer­ken wir das, wenn wir die Tex­te des Neu­en Tes­ta­ments lesen? – Oder lesen wir die wie ein Buch vol­ler Sagen oder Mär­chen? Viel­leicht lehr­reich, viel­leicht span­nend, aber doch weit weg von uns? Ich glau­be, dass wir bei­des brau­chen, damit wir die Tex­te recht erfas­sen kön­nen: Wir müs­sen als Chris­ten­men­schen in und aus der Bezie­hung mit ihm leben. Und: Wenn wir dann unser Neu­es Tes­ta­ment ken­nen, dann wer­den wir vie­les wie­der­erken­nen, das teils weit über das hin­aus­reicht, was wir selbst in unse­rem Leben mit Gott erle­ben. – Das Leben und das Lesen, sie müs­sen zusam­men­wir­ken und auf­ein­an­der bezo­gen werden.

Für man­che ist die Lek­tü­re bibli­scher Tex­te eine from­me Übung, die sie betrei­ben, ohne eigent­lich zu wis­sen wozu. – Das aber ist wenig. Die Tex­te lie­fern uns ja die Erfah­run­gen der frü­hen Chris­ten­heit, die sie mit ihrem Glau­ben, ihrer geleb­ten Nach­fol­ge gemacht haben.

Dar­an soll­ten wir anknü­fen, und dann besteht die gute Chan­ce, dass wir Got­tes Macht und Hoheit auch in unse­ren eige­nen Lebens­läu­fen sehen kön­nen: Zumin­dest im Rück­blick: Wie gut, dass es so gelau­fen ist. – Man­che spre­chen von Schutz­en­geln. Wir kön­nen auch spre­chen von Got­tes Güte und Treue. Als Chris­ten­men­schen wis­sen wir, wie gut es Gott mit uns meint.

Lasst uns dar­auf ein­mal ach­ten in der nächs­ten Zeit.

F.W.

zum Wochenspruch 5. Sonntag nach Trinitatis

»Aus Gna­de seid ihr geret­tet durch Glau­ben, und das nicht aus euch: Got­tes Gabe ist es.« (Ephe­ser 2,8)

Lie­be Geschwister,

oft mei­nen wir, dass wir etwas tun müss­ten. Wir hal­ten die Balan­ce der Freund­lich­kei­ten und Geschen­ke stets im Gleich­ge­wicht. Man­che möch­ten auch mit Gott so umge­hen: Tausch­ge­schäf­te: Gute Tat rein, Gebet rein, und Wunsch­er­fül­lung raus. Gott wie ein Kau­gum­mi­au­to­mat. Nicht allein dass das so nicht funk­tio­niert, weil Gott leben­dig ist. Es funk­tio­niert ja schon bei ande­ren Men­schen so nicht. Auch wenn ich ihnen Gutes tue oder freund­lich bin, wird das nicht immer erwi­dert. Bei Gott haben wir es mit einem Kate­go­rien­feh­ler zu tun:

Gott ist Gott und wir sind Men­schen, weder durch Opfer noch durch Taten lässt er sich beein­dru­cken. Und: Ret­tung kön­nen wir uns nicht ver­die­nen. Denn als Men­schen blei­ben wir unvoll­kom­men, und letzt­lich von Gott getrennt, denn das ist es, was Sün­de bedeutet.

Gna­de bedeu­tet, dass jeman­dem die Fol­ge einer Tat, etwa die Stra­fe, nicht zuge­rech­net wird.– Ja, wir brau­chen Gna­de, wir wären sonst ver­lo­ren. Und die­se Ret­tung bewir­ken nicht wir, son­dern Gott. Das ist tröst­lich, aber es fällt uns (die wir oft stolz sind) nicht leicht, das anzu­neh­men. So ganz ohne dass wir etwas dazu tun können.

Glau­be meint in die­sem Zusam­men­hang, dass wir uns dar­auf ein­las­sen, dass Jesus als der Chris­tus alles für uns Erfor­der­li­che längst getan hat, dass wir das nur noch anneh­men müs­sen und dar­aus dann leben. Als begna­dig­te Sün­der. Dazu ermu­ti­ge ich uns heute.

F.W.