zum Wochenspruch letzter Sonntag im Kirchenjahr – 23. Nov. 2025

»Lasst eure Lenden umgürtet sein und eure Lichter brennen.« (Lukas 12,35)

Lie­be Geschwis­ter und lie­be Freun­din­nen und Freunde!

Die­ser Sonn­tag, der bei Chris­ten auch als Ewig­keits­sonn­tag bezeich­net wird, führt uns in einen Grenz­be­reich, die Gren­ze zwi­schen Leben und Tod. Auf der einen Sei­te bli­cken wir zurück auf das ver­gan­ge­ne Jahr, auf unse­re Abschie­de, auf Tren­nun­gen, auf Ver­lus­te, die wir erlit­ten haben, weil der Tod uns einen gelieb­ten Men­schen weg­ge­nom­men hat. Auf der ande­ren Sei­te bli­cken wir nach vor­ne in der Erwar­tung, was uns in der Zukunft wohl begeg­nen möge. Und als Chris­ten dür­fen wir uns auch auf die Wie­der­kunft Jesu Chris­ti freuen.

Genau hier setzt unser Wochen­spruch an. Jesus legt sei­nen Jün­gern nahe, wach­sam (heu­te wür­den wir das viel­leicht als »rei­se­fer­tig« bezeich­nen) beim Wie­der­kom­men des Herrn zu sein. Die­se Aus­sa­ge hat die dama­li­gen Zuhö­rer viel­leicht an den Aus­zug des Vol­kes Isra­el aus Ägyp­ten erinnert.

Für mich bedeu­tet dies, in einer freu­di­gen Erwar­tungs­hal­tung der Wie­der­kunft Jesu ent­ge­gen zu fiebern.

Ich mer­ke bei mir selbst, wie häu­fig die­se Ewig­keits­per­spek­ti­ve in mei­nem All­tag zu kurz kommt. Viel­leicht ist dies ein guter Vor­satz, wel­chen wir als Chris­ten mit in den Advent neh­men kön­nen: die­ses freu­di­ge Erwar­ten auf die Wie­der­kunft Jesu Christi.

Ist das nicht wirk­lich ein mut­ma­chen­der Ausblick?

E. M.

zum Wochenspruch »Ewigkeitssonntag«

»Lasst eure Len­den umgür­tet sein und eure Lich­ter bren­nen…« (Lukas 12,35)

Lie­be Gemein­de, lie­be Freunde,

einer­seits ein selt­sa­mer Vers: Was soll das denn? Wir sol­len die Klei­dung anbe­hal­ten, das Ober­ge­wand mit dem Gür­tel befes­tigt und die Lich­ter bren­nen? Wozu? Ener­gie-Spa­ren ist ange­sagt, nichts mit Bren­nen­las­sen der Lich­ter. Und: War­um soll man den Gür­tel anbe­hal­ten? – Es geht ums War­ten auf das Kom­men des Herrn. Wir glau­ben ja, dass Chris­tus wie­der­kom­men wird. Und man­che machen es sich in der Zwi­schen­zeit zu bequem. Gehen schla­fen, las­sen sich auf die Din­ge der Welt zu sehr ein.

Sicher: Wenn es heu­te Chris­ten gibt, dann weil sich die meis­ten Chris­ten ein gutes Stück weit auf die Din­ge der Welt ein­ge­las­sen haben. Wir küm­mern uns um die Ren­te und um die Kin­der. gut so. Die meis­ten erwar­ten Chris­ti Wie­der­kunft nicht mor­gen. – Und den­noch: Wenn wir wüss­ten, wann ein Dieb kommt, dann wäre es nicht über­ra­schend. Tat­sa­che ist aber, dann wir nicht wis­sen, wann es so weit ist. Und das gilt glei­cher­ma­ßen für Die­be wie für den Tag der Wie­der­kunft Chris­ti. Bei­des kommt plötz­lich und überraschend.

Jetzt, am Ewig­keits­sonn­tag, soll­ten wir auch an unser eige­nes Leben den­ken. In so vie­len Ster­be­an­zei­gen steht »plötz­lich und uner­war­tet«. Wir tun gut dar­an, wenn wir so leben, dass es an jedem Tag der letz­te sein kann. Dass wir mit Gott und den Men­schen aus­ge­söhnt sind. Und dass wir nichts vor uns her­schie­ben, was wir unbe­dingt erle­digt haben wol­len. – Und damit mei­ne ich nicht die Steuererklärung.

Bezie­hun­gen aber, gera­de unser Ver­hält­nis zu Gott, die soll­ten wir pfle­gen und intakt hal­ten. Jeder­zeit, die Pfad­fin­der sagen: all­zeit bereit. Denn wir wis­sen nicht allein nicht, wann Chris­tus wie­der­kommt, wir wis­sen eben­so­we­nig, wann unser irdi­sches Leben zu sei­nem Schluss kommt. Das Ende des Kir­chen­jah­res (am Ewig­keits­sonn­tag) und dann das neue Kir­chen­jahr ab 1. Advent ist eine gute Zeit für den geist­li­chen Haus­putz »zwi­schen den Jahren«.

F. W.