zum Wochenspruch 11. Sonntag nach Trinitatis (31.08.2025)

»Gott wider­steht den Hoch­mü­ti­gen, aber den Demü­ti­gen gibt er Gna­de.« (1. Petrus 5,5b)

Lie­be Geschwis­ter und lie­be Freun­din­nen und Freunde!

Da kon­fron­tiert uns der Brief­schrei­ber Petrus mit einem ziem­lich har­ten Tobak. Und wenn ich dann die­sen Vers in der Über­set­zung nach der Guten Nach­richt lese wird es sogar noch her­aus­for­dern­der für mich: »Gott wider­setzt sich den Über­heb­li­chen, aber denen, die gering von sich den­ken, wen­det er sich zu«.

Als hoch­mü­tig wür­de ich mich selbst viel­leicht nicht gera­de bezeich­nen, aber wie oft weiß ich in mei­nem All­tag Din­ge eben so viel bes­ser, als die Men­schen um mich her­um und wir­ke dadurch viel­leicht doch überheblich?!

Ich weiß nicht, wie es Euch mit die­ser Aus­sa­ge geht. Viel­leicht stel­len wir in unse­rem Leben manch­mal wie­der mal fest, dass wir als Per­so­nen dann eben doch als über­heb­lich von ande­ren cha­rak­te­ri­siert wer­den. Und dann kommt auch noch der Ham­mer, denn in der zwei­ten Aus­sa­ge die­ses Wochen­spru­ches heißt es, dass Gott sich den Men­schen zuwen­det, die gering von sich denken.

Ich möch­te uns heu­te ein­mal dazu ein­la­den, uns ganz bewusst die­ser Her­aus­for­de­rung unse­res Wochen­spru­ches zu stel­len. Mei­ne Zuver­sicht ist es, dass unser Gott in mein Herz hin­ein­schaut und dann sieht, ob ich es ehr­lich mei­ne oder nicht.

Es wäre daher toll, wenn wir uns gemein­sam auf die­se Her­aus­for­de­rung aus unse­rem Wochen­spruch ein­las­sen. Unser Gott kann Gro­ßes bewirken.

E. M.

zum Wochenspruch 20. Sonntag nach Trinitatis

»Es ist dir gesagt, Mensch, was gut ist und was der HERR von dir for­dert: nichts als Got­tes Wort hal­ten und Lie­be üben und demü­tig sein vor dei­nem Gott« Micha 6,8

Lie­be Geschwis­ter und Freunde,

beson­de­re Hel­den­ta­ten und außer­ge­wöhn­li­che Opfer sind nicht nötig. Für Men­schen, die in einer Bezie­hung mit Gott leben und leben möch­ten, ist es wich­tig, Got­tes Wil­len zu ach­ten. Unser Umgang mit ihm, mit sei­nen Gebo­ten und mit den Nächs­ten, dar­an misst sich unser Glau­be und unse­re Gottesbeziehung.

Das sind Äußer­lich­kei­ten, aber wenn wir mit ande­ren in einer Woh­nung zusam­men leben, dann ist doch klar, dass wir Rück­sicht auf­ein­an­der neh­men. Dass wir ein­an­der nicht ver­är­gern, indem wir das täten, von dem wir wis­sen, dass es den oder die ande­re ärgert.

Bei jeder Art von gestal­te­tem Glau­ben besteht das Risi­ko, dass sich das ver­äu­ßer­licht, was mal der Bezie­hungs­pfle­ge dien­te . Dass unser Tun ritua­li­siert wird; und es gibt Ritua­le, die uns hel­fen. – Man­che aber sind lan­ge abge­stor­ben. Wir tun etwas um sei­ner selbst wil­len, und nicht für Gott, der eigent­lich dahin­ter steht und gemeint ist/​war. Zu den Zei­ten des Pro­phe­ten Micha war der Opfer­kult längst ver­selb­stän­digt. Man gab eben Opfer. Das gehör­te sich so und war so üblich.

Allein: Wenn es bei dem, was Aus­druck des Glau­bens sein soll­te, nicht mehr um die Bezie­hung zu Gott geht, dann haben wir ein Pro­blem. Und Gott auch. – Damals, im ach­ten Jahr­hun­dert vor Chris­tus, schick­te Gott den Pro­phe­ten Micha ins Süd­reich Juda. Er sprach mit den füh­ren­den Leu­ten und wies ins­be­son­de­re auf sozia­le Unge­rech­tig­kei­ten hin. Es passt eben nicht, wenn Mäch­ti­ge die ohne Macht über­vor­tei­len. Jeden­falls passt es dann nicht, wenn sich alle als Volk Got­tes verstehen.

Demut aber, also das Gegen­teil von Hoch­mut, und sozu­sa­gen die Aner­ken­nung, dass Gott deut­lich über uns steht, führt zur Ach­tung der ande­ren. Und wir las­sen dann Gott Gott sein. – Viel­leicht wäre das auch in unse­rer Gesell­schaft etwas, das uns gut anstände?

Die drei Merk­ma­le einer ange­mes­se­nen Got­tes­be­zie­hung jeden­falls, die Micha nennt, die gel­ten sicher auch heu­te noch:

  • Got­tes Wort halten
  • Lie­be üben
  • demü­tig sein vor dei­nem Gott.

Den Rest gilt es in unse­rem Leben umzusetzen.

F.W.