zum Wochenspruch vorletzter Sonntag im Kirchenjahr 16.11.2025

»Wir müssen alle offenbar werden vor dem Richterstuhl Christi.« (2. Korinther 5,10a)

Lie­be Geschwis­ter und lie­be Freun­din­nen und Freunde!

Beim ers­ten Lesen scheint die­se Aus­sa­ge des Apos­tel Pau­lus doch ein ganz schön schwie­ri­ger Bibel­vers zu sein.

Wer­den wir uns am Ende der Tage einer Gerichts­ver­hand­lung stel­len und unser Leben vor Gott ver­ant­wor­ten müssen?

Unser Wochen­spruch legt die­ses nahe. Aber wir Chris­ten müs­sen davor kei­ne Angst haben. Wir Chris­ten sind zwar immer noch Sün­der, aber wir wer­den in die­ser Gerichts­ver­hand­lung von Gott selbst frei­ge­spro­chen. Der Grund besteht dar­in, dass Jesus alle unse­re Sün­den mit ans Kreuz genom­men hat und stell­ver­tre­tend für uns Men­schen dort gestor­ben ist. Damit hat er unse­re Stra­fe bereits verbüßt.

In Johan­nes 3,18 lesen wir »wer an Jesus Chris­tus glaubt, ist schon gerich­tet« und damit also freigesprochen.

Ich stel­le mir das so vor, dass wir zwar noch vor Gott und Jesus als dem Rich­ter erschei­nen müs­sen, unse­re guten und schlech­ten Wer­ke dann von ihm beur­teilt wer­den, aber wir selbst sind durch Jesus bereits heu­te end­gül­tig gerettet.

Die­ser Bibel­vers möch­te mir per­sön­lich daher heu­te Mut machen: vor die­sem Gericht muss ich kei­ne Angst mehr haben und zwar des­halb, weil Jesus für mich gestor­ben und auf­er­stan­den ist. Damit hat er alle mei­ne Schuld ein für alle Mal gesühnt.

Ist das nicht eine wun­der­bar mut­ma­chen­de Perspektive?

E. M.

zum Wochenspruch 3. Sonntag nach Ostern

»Ist jemand in Chris­tus, so ist er eine neue Krea­tur; das Alte ist ver­gan­gen, sie­he, Neu­es ist gewor­den.« (2. Korin­ther 5,17)

Lie­be Geschwis­ter und lie­be Freun­din­nen und Freunde!

Das Leben des Pau­lus spie­gelt die­se radi­ka­le Ver­än­de­rung in sei­nem eige­nen Leben wie­der. Er war der größ­te Chris­ten­ver­fol­ger der dama­li­gen Zeit. Vie­le der dama­li­gen Chris­ten hat­ten gro­ße Angst und sind sogar in die Fer­ne geflo­hen. Das Ziel des Pau­lus war, die ers­ten Chris­ten und die ers­te christ­li­che Gemein­de kom­plett auszulöschen.

Und dann geschieht die­ses lebens­ver­än­dern­de Wun­der: auf sei­nem Weg nach Damas­kus begeg­net er Jesus per­sön­lich. Die­se Begeg­nung mit dem Auf­er­stan­de­nen hat sein Leben buch­stäb­lich auf den Kopf gestellt. Der größ­te Chris­ten-Ver­fol­ger wird nun­mehr zu einem der ganz gro­ßen Chris­tus-Nach­fol­ger und zum ers­ten Mis­sio­nar in ganz Europa.

Wenn wir uns vor die­sem Hin­ter­grund unse­ren Wochen­spruch anschau­en, dann beschreibt Pau­lus also genau das, was er selbst erlebt hat.
Was wird denn nun neu, wenn ein Mensch von Her­zen an Jesus Chris­tus glaubt?

Wir lesen aus unse­rem Bibel­vers: alles! Der Glau­be an Jesus ver­än­dert also unser Leben radi­kal. Natür­lich wer­de ich auch als Christ nicht per­fekt und voll­kom­men sein. Daher möch­te ich uns Mut machen, jeden Tag neu zu beten: »Herr, ver­gib mir immer wie­der aufs Neue und mache mich zu einem Men­schen, an des­sen Lebens­stil für ande­re erkenn­bar wird, dass ich zu dir gehö­re, und dass Du daher wirk­lich einen neu­en Men­schen aus mir gemacht hast«.

E.M.