zum Wochenspruch 19.04.2026 (Misericordias Domini)

Christus spricht: »Ich bin der gute Hirte. Meine Schafe hören meine Stimme, und ich kenne sie, und sie folgen mir; und ich gebe ihnen das ewige Leben.« (Johannes 10,11a.27 – 28a)

Lie­be Geschwis­ter und lie­be Freun­din­nen und Freunde!

Vor zwei Wochen haben wir unse­re Got­tes­diens­te zu Grün­don­ners­tag, Kar­frei­tag und Ostern gemein­sam gefei­ert. Wenn wir uns den Tod und die Auf­er­ste­hung von Jesus dann vor unse­rem inne­ren Auge füh­ren, haben wir damit den wohl bes­ten Beleg dafür, dass Jesus wirk­lich die­ser gute Hir­te ist, von dem unser Wochen­spruch hier spricht.

Aber dort steht auch, dass wir als Chris­ten­men­schen auch tat­säch­li­che die­se Stim­me Jesu in unse­rem Leben hören. Ich möch­te uns daher heu­te die Fra­ge stel­len, ob dies wirk­lich auch bei Dir und mir der Fall ist.

Nun, von mir wür­de ich behaup­ten, dass dies nicht immer der Fall ist. Für das Hören der Stim­me Jesu gibt es eben kein Patentrezept.

Wenn ich eine Bezie­hung zu jeman­dem ein­ge­he, bedeu­tet das, dass ich mich auf den ande­ren ein­las­se, dass ich mit ihm gemein­sam Zeit ver­brin­ge. Bei Jesus ist das genau­so. In die­sen per­sön­li­chen Begeg­nun­gen darf ich Jesus immer wie­der dar­um bit­ten, dass er zu mir redet und ich die­ses Reden auch ver­ste­hen kann. Ich selbst habe die per­sön­li­che Erfah­rung gemacht, dass das wirk­lich funk­tio­niert. Bei dem einen mag das tat­säch­lich ganz laut und ver­nehm­bar sein, beim ande­ren ist es die Stim­me, die sein Herz erreicht. Und wenn ich dann das Reden Jesu ernst neh­me und ihm nach­fol­ge, dann habe ich die groß­ar­tigs­te Zusa­ge, die wir Chris­ten über­haupt erhal­ten kön­nen: Jesus schenkt uns das ewi­ge Leben! Ist das nicht heu­te wie­der eine mut­ma­chen­de Perspektive?

E.M.

zum Wochenspruch zum 12.04.26 (Quasimodogeniti)

»Gelobt sei Gott, der Vater unseres Herrn Jesus Christus, der uns nach seiner großen Barmherzigkeit wiedergeboren hat zu einer lebendigen Hoffnung durch die Auferstehung Jesu Christi von den Toten.« (1. Petrus 1,3)

Lie­be Geschwis­ter und lie­be Freun­din­nen und Freunde!

Die­se leben­di­ge Hoff­nung, von der Petrus hier spricht, resul­tiert nach den Aus­sa­gen des Apos­tels durch die Auf­er­ste­hung Jesu von den Toten. Aber kann ich und kannst Du die­se leben­di­ge Hoff­nung tat­säch­lich in meinem/deinem ganz per­sön­li­chen Leben fest­ma­chen? Spü­re ich die­se leben­di­ge Hoff­nung ange­sichts der vie­len Kri­sen in die­ser Welt in mei­nem eige­nen Leben? Oder über­la­gern die vie­len Kri­sen auf unse­rer Welt doch mei­ne Hoff­nung? Wie sieht es denn mit unse­rer Hoff­nung als Chris­ten in die­ser Welt aus?

Petrus nimmt in sei­ner Aus­sa­ge die Oster­bot­schaft auf; er spricht dar­in von einer leben­di­gen Hoff­nung, die in der Auf­er­ste­hung Jesu von den Toten begrün­det ist. Für mich ist das die groß­ar­tigs­te Bot­schaft, wel­che wir als Chris­ten­men­schen erhalten.

Aber was ver­birgt sich hin­ter die­ser Hoffnung?

Jesus hat uns durch sei­nen Tod am Kreuz und sei­ne Auf­er­ste­hung ein Ange­bot zur Ver­söh­nung mit Gott gemacht. Damit kön­nen wir Men­schen Gerech­tig­keit vor ihm erfahren.

Und die­ses Ange­bot gilt wirk­lich für alle Men­schen, selbst für den Schwer­ver­bre­cher, der neben Jesus am Kreuz hing; die­ses Ange­bot Jesu gilt auch für alle Men­schen, die im Augen­blick am Leben zu ver­zwei­feln dro­hen, für alle Benach­tei­lig­te und Unter­drück­te, für alle, die Not leiden.

Die­se leben­di­ge Hoff­nung soll uns Chris­ten­men­schen in Bewe­gung brin­gen. Ja, und die­se Hoff­nung for­dert dann auch unser ganz per­sön­li­ches Enga­ge­ment! Die­se Hoff­nung soll ver­hin­dern, dass wir uns damit abfin­den, dass unse­re Welt eben so ist, wie sie ist. Gera­de dar­um möch­te ich uns die Fra­ge stel­len: Wo ist dein, wo ist mein per­sön­li­ches Enga­ge­ment, um die­se leben­di­ge Hoff­nung, die wir durch Jesus erhal­ten haben, für ande­re Men­schen sicht­bar zu machen?

Des­halb mei­ne Ein­la­dung für heu­te: Lasst uns wie­der neu zu Mut­ma­chern, für die Men­schen aus unse­rer Umge­bung werden!

E.M.

unser Alpha-Kurs startet… 8. April bis 10. Juni 2026

Ein Alpha­kurs, das bedeu­tet: Eine hal­be Stun­de lang ankom­men, Leu­te ken­nen­ler­nen, einen klei­nen Snack genie­ßen, mit­ein­an­der sprechen.

Dann eine knap­pe hal­be Stun­de lang ein Video-Impuls zu einem Grund­the­ma des christ­li­chen Glau­bens (»Wer war Jesus?«, »War­um beten?«, Wofür Kir­che?« usw.) – und dazu dann eine hal­be Stun­de lang Klein­grup­pen, die sich auf Augen­hö­he austauschen.

Also qua­si wie ien Haus­kreis auf Zeit, das ist auch unse­re Idee… – Abschlie­ßend dann ein gemein­sa­mes Vater unser und ein Segen.

Das ist unser Alpha-Kurs in Wunstorf, und wir laden dazu herz­lich ein: Sol­che, die schon län­ger zu einer Kir­che (unse­rer oder auch einer ganz ande­ren) gehö­ren, aber auch Men­sche, die mit dem Glau­ben bis­her nichts viel anzu­fan­gen wis­sen, sicher aber ein­mal auf Grund­fra­gen ein­zu­las­sen bereit sind.

Herz­lich will­kom­men. – Immer mitt­wochs. Abschluss dann am 12. Juni (einem Sams­tag nachmittag).

Sehen wir einander?

zum biblischen Votum für Karfreitag:

»Also hat Gott die Welt geliebt, dass er seinen eingeborenen Sohn gab, auf dass alle, die an ihn glauben, nicht verloren gehen, sondern das ewige Leben haben.« (Johannes 3,16)

Lie­be Geschwis­ter und lie­be Freun­din­nen und Freunde!

In weni­gen Tagen ist es wie­der soweit: Das größ­te Fest für uns Chris­ten mit Kar­frei­tag und Ostern steht vor uns.

Und wir erin­nern uns dar­an, dass Jesus die ganz per­sön­li­che Schuld von jedem ein­zel­nen Men­schen auf sich genom­men hat und dafür an das Kreuz auf Gol­ga­tha gena­gelt wur­de. Die­se Tat kön­nen wir mit unse­rem mensch­li­chen Ver­stand kaum ermes­sen. Aber die­ser Tod am Kreuz hat Aus­wir­kun­gen auf uns Men­schen: Alle, die an ihn – und damit an die­sen stell­ver­tre­ten­den Tod – glau­ben, gehen damit nicht mehr ver­lo­ren, son­dern erlan­gen das ewi­ge Leben.

Genau dies hat sich mit der Auf­er­ste­hung Jesu von den Toten vor ca. 2.000 Jah­ren bestä­tigt. Jesus ist nicht im Grab bei den Toten geblie­ben, son­dern er ist sei­nen Nach­fol­gern erschie­nen. Und damit ist auch für uns die Per­spek­ti­ve des ewi­gen Lebens ent­stan­den. Ist das nicht für uns ein groß­ar­ti­ger Grund zum Freuen?

E. M.

zum Monatsspruch April 2026

»Jesus spricht zu Thomas: Weil du mich gesehen hast, darum glaubst du? Selig sind, die nicht sehen und doch glauben! (Johannes 20,29)«

Ein Zuspruch für alle, die zweifeln:
War­um Zwei­fel kein Grund zum Ver­zwei­feln sind

»Das glau­be ich erst, wenn ich es sehe!« – ein Satz, der gut in unse­re Zeit passt. Mir geht es oft genau­so. Tho­mas, der häu­fig zu Unrecht als »der Ungläu­bi­ge« bezeich­net wird, erging es ähn­lich. Er woll­te Jesu Wun­den berüh­ren, um das Unfass­ba­re der Auf­er­ste­hung wirk­lich zu begrei­fen. Wenn ich ehr­lich bin, ist er mir sehr nah – und Dir, Ihnen viel­leicht auch? Er woll­te kei­ne Berich­te aus zwei­ter Hand, son­dern eine eige­ne Begeg­nung. Jesus schenkt ihm genau die­sen Moment und führt Tho­mas zu dem stau­nen­den Bekennt­nis: »Mein Herr und mein Gott!«

Dar­auf folgt der Vers der Monats­lo­sung für April. Jesus sagt zu Tho­mas: Weil du mich gese­hen hast, dar­um glaubst du? Selig sind, die nicht sehen und doch glau­ben! Für mich ist die­ser Satz kein Vor­wurf an Tho­mas, son­dern ein Zuspruch, gar eine Lie­bes­er­klä­rung an uns. Er sagt uns: Glau­be ist auch ohne Sehen, ohne »Bewei­se« mög­lich. Der Auf­er­stan­de­ne berührt uns heu­te durch Sein Wort.

Dabei müs­sen wir unse­ren Ver­stand nicht aus­schal­ten. Wir dür­fen fra­gen und auch zwei­feln. Manch­mal schenkt Gott uns Ant­wor­ten, die unse­ren Glau­ben rei­fen las­sen. Und dort, wo Ant­wor­ten aus­blei­ben, dür­fen wir manch­mal erle­ben, wie das Ver­trau­en trotz­dem tie­fer wer­den kann. Wie sich Sein Frie­de aus­brei­tet – mit­ten in den Fra­gen, teils gegen alle Vernunft.

Die­ses Ver­trau­en wün­sche ich uns allen: einen Glau­ben, der genau dort wächst, wo die Bewei­se auf­hö­ren und wir stau­nend los­las­sen kön­nen. Ohne die Geschich­te des Tho­mas wür­de uns etwas Wesent­li­ches feh­len. Jesus hat damals nicht nur Tho­mas beschenkt, son­dern uns alle, die wir heu­te nicht sehen und doch glau­ben dürfen.

Was für ein Zuspruch und ein Segen! Zwei­fel sind kein Grund zum Verzweifeln.

L. Str.

zum Wochenspruch 22.03.2026 (Judica)

»Der Menschensohn ist nicht gekommen, dass er sich dienen lasse, sondern dass er diene und gebe sein Leben als Lösegeld für viele.« (Matthäus 20,28)

Lie­be Geschwis­ter und lie­be Freun­din­nen und Freunde!

Ist es manch­mal nicht auch bei uns genau­so, dass wir ger­ne im Ram­pen­licht ste­hen und/oder auch ger­ne hofiert wer­den? Ist das nicht urmensch­lich, dass wir so ticken?

Ich jeden­falls kann mich davon nicht freisprechen.

Und auch den Jün­gern Jesu waren die­se Gedan­ken wohl nicht fremd.

Und dann kommt Jesus und rückt die­se Maß­stä­be ein­fach zurecht. Er stellt ihr gesam­tes Den­ken und Han­deln infra­ge. »Ihr wisst nicht, was ihr bit­tet«, sagt er. Gedul­dig erklärt er ihnen noch ein­mal sei­nen Weg und den Sinn sei­nes Kom­mens für die­se Welt.

Und unmit­tel­bar danach schließt sich dann die Aus­sa­ge aus unse­rem Wochen­spruch an. Ist das nicht nach mei­nen mensch­li­chen Vor­stel­lun­gen ein äußerst merk­wür­di­ges Got­tes­bild? Ein Gott, der die gan­ze Welt geschaf­fen hat, ein Gott, der alle Macht der Welt besitzt will mir die­nen? Die­ses Got­tes­bild wider­spricht doch sehr mei­nen mensch­li­chen Vor­stel­lun­gen von einem gro­ßen all­mäch­ti­gen Gott. Aber Got­tes Ret­tungs­weg für die­se Welt und damit auch für mein Leben sieht eben anders aus. Er lässt sich nicht bedie­nen! Er dient selbst! Er for­dert kei­ne Opfer von uns. Er hat sich für uns Men­schen am Kreuz selbst auf­ge­op­fert. Und er bringt uns damit nicht in wei­te­re Abhängigkeiten.

Im Reich Got­tes gel­ten ande­re Maß­stä­be: Gro­ßes wird klein und Klei­nes wird groß. Rei­che wer­den zu Armen und Arme zu Rei­chen. Nicht herr­schen, son­dern die­nen ist ange­sagt. Genau so hat es Jesus uns vor­ge­lebt! Ich möch­te uns heu­te ein­la­den, die­se Gedan­ken ein­mal für uns selbst wei­ter durch­zu­buch­sta­bie­ren. Und ich wün­sche uns dann ganz viel Mut zu Ver­än­de­run­gen in dem eige­nen Leben.

E. M.

zum Wochenspruch 15. März 2026

»Wenn das Weizenkorn nicht in die Erde fällt und erstirbt, bleibt es allein; wenn es aber abstirbt, bringt es viel Frucht.« (Johannes 12,24)

Lie­be Geschwis­ter und lie­be Freun­din­nen und Freunde!

Kurz nach­dem Jesus in Jeru­sa­lem ein­ge­zo­gen ist und von einer jubeln­den Men­schen­men­ge emp­fan­gen wur­de, sagt er die­sen auf den ers­ten Blick rät­sel­haf­ten oder gar merk­wür­di­gen Satz. Die­se Aus­sa­ge passt doch so gar nicht in die Situa­ti­on einer sich freu­en­den Men­schen­men­ge! Oder eben doch?

Jesus spricht hier von sich selbst, und damit von sei­nem sehr bald bevor­ste­hen­den Tod. Und auch heu­te will er uns damit sagen: die­ser, mein Tod, war abso­lut lebens­not­wen­dig für dich und für mich. Und die­ser Tod hat eine wirk­lich lebens­ver­än­dern­de Per­spek­ti­ve für uns Men­schen mit sich gebracht. Mit dem Tod ist eben nicht alles zu Ende; der Tod muss nicht mehr das letz­te Wort haben. Wir Chris­ten glau­ben, dass genau die­se Tat­sa­che mit dem Tod von Jesus auf Gol­ga­tha an Kar­frei­tag und sei­ner Auf­er­ste­hung an Ostern sei­ne Voll­endung gefun­den hat.

Für mich per­sön­lich ist das ein Anlass zur Dank­bar­keit gegen­über unse­rem Ret­ter, Jesus Chris­tus. Und daher auch wie­der eine sehr mut­ma­chen­de Per­spek­ti­ve in der augen­blick­li­chen Passionszeit.

E. M.