zum Monatsspruch August 2026:

»Jesus Christus spricht: Ich bin gekommen, damit sie das Leben haben und es in Fülle haben.«
(Johannes 10,10)

Zu Jesu Zeit gab es oft zu wenig; Man­gel­zei­ten. Zu wenig Nah­rung, zu wenig Regen fürs Getrei­de, zu wenig Fut­ter für das Vieh. Wenn es hier also um die Fül­le geht, die Jesus bringt, dann geht es nicht um eine Fül­le an Lebens­mit­teln, son­dern viel­mehr um eine Fül­le an Leben.

Das ist fun­da­men­tal neu und anders. Heu­te haben wir oft mehr als genug von allem, ein (zu) gro­ßer Teil unse­rer Lebens­mit­tel wird weg­ge­wor­fen, weil sie schlecht wer­den. Trotz­dem emp­fin­den vie­le einen Man­gel an Leben. Denn das, was uns wie Leben erscheint, Sozia­le Medi­en, flüch­ti­ge Kon­tak­te, das ist so fahl wie es erscheint. Wer von den Face­book-Freun­den wür­de uns wirk­lich hel­fen, wenn wir Hil­fe bräuchten?

Mei­ne The­se: Wirk­li­ches Leben für uns Men­schen gibt es in der Gemein­schaft mit Gott. Denn wir sind als sei­ne Gegen­über geschaf­fen. Wenn wir von ihm ent­frem­det leben, dann leben wir an sich ent­frem­det. Damit fehlt uns etwas, auf das hin wir gemacht und gedacht sind. – Man­che mer­ken das, ande­re nicht. Leben in Fül­le ist nicht selbst­ver­ständ­lich. Es kommt nicht, wenn wir vie­les haben, son­dern wenn wir alles haben, das wich­tig und essen­ti­ell ist: Gute Gemein­schaft mit Gott, ein ver­söhn­tes Ver­hält­nis zu uns selbst und zu anderen.

F. W.

zum Wochenspruch 26. Juli 2026

»Wandelt als Kinder des Lichts; die Frucht des Lichts ist lauter Güte und Gerechtigkeit und Wahrheit.« (Epheser 5,8b.9)

Lie­be Geschwis­ter und lie­be Freun­din­nen und Freunde!

In unse­rem Wochen­spruch wer­den wir auf­ge­for­dert »als Kin­der des Lichts« zu leben. Ber­ger über­setzt hier »Ver­hal­tet euch wie Kin­der des Lichts! Denn aus Licht wach­sen Güte, Gerech­tes tun und Ehr­lich­keit als Früch­te heran.«

Die­ser Auf­for­de­rung an unse­re eige­ne Lebens­füh­rung geht jedoch ein dop­pel­ter Zuspruch vor­aus. Pau­lus schreibt in Vers 1 »Ihr seid doch Got­tes gelieb­te Kin­der.« Und in Vers 8 »Auch ihr gehör­tet einst zur Fins­ter­nis, doch jetzt gehört ihr zum Licht, weil ihr mit dem Herrn ver­bun­den seid.«

Unser Kir­chen­va­ter John Wes­ley wür­de dies in sei­nen Aus­sa­gen zur »Hei­li­gung von uns Chris­ten« viel­leicht wie folgt zum Aus­druck bringen:

»Indem ich als Christ mit Jesus in enger Ver­bin­dung lebe, auf sei­ne Wor­te höre, mit ande­ren Chris­ten den Aus­tausch über mei­nen Glau­ben suche, bete und ihn lie­be und ehre, in die­sem Maße wer­de ich die ›Jesus-Gesin­nung‹ annehmen.«

Das bedeu­tet für mich dann auch, dass Jesus mein Leben völ­lig neu prä­gen darf. Aber will ich das wirk­lich und las­se es dann zu, dass Jesus mich in sei­nem Sin­ne prägt?

Die Kon­se­quenz bedeu­tet dann, dass wir zu ver­än­der­ten Men­schen wer­den, eben zu den »Men­schen des Lichts«. Und das wie­der­um hat Aus­wir­kun­gen auf unse­re gesam­te Umwelt. Pau­lus spricht hier von sicht­ba­rer Güte, Gerech­tig­keit und Wahr­heit. Welch eine phan­tas­ti­sche Aus­wir­kung könn­te dadurch in unse­rer augen­blick­li­chen Welt entstehen!

Güte und ein gro­ßes Herz über­win­den Selbst­sucht, Ego­is­mus und dem Stre­ben nach immer mehr! Gerech­tig­keit setzt sich gegen­über Unrecht durch! Und die Wahr­heit, die Ehr­lich­keit siegt über die Lüge, die Ver­leum­dung und den Hass!

E. M.

zum Wochenspruch 5. Juli 2026 (5. Sonntag nach Trinitatis)

»Schö­ne Zeit beim wohl­ver­dien­ten Urlaub!« sagt der Betriebs­rat­kol­le­ge der drei Mit­ar­bei­ten­den. Zwar ist vom Tenor eine ande­re Into­na­ti­on zu ent­neh­men, den­noch ist die glei­che Bot­schaft an jedem gerich­tet. »Na ja.« den­ke ich, »…das ist Net­tig­keit pur aber rea­li­täts­fremd.« Der/die eine hat in der Tat viel gemacht, der/die zwei­te hat sich stets bemüht, der/die drit­te hat ordent­lich Geld in dem Sand gesetzt. Den­noch: Alle drei neh­men es ger­ne und lächelnd als eben wohl­ver­dient an.

Eine ande­re Betrach­tung: das sind Mit­ar­bei­ten­den, die sich mit der Fir­ma iden­ti­fi­zie­ren, die beim Erfolg sich freu­en, oder ver­su­chen, Ver­lus­te zu mini­mie­ren. Das zählt für den Chef. Das drit­te, was ich euch nicht ver­heim­li­chen will, ist, dass die Abtei­lung der drei Mit­ar­bei­ten­den schon seit län­ge­rer Zeit kon­ti­nu­ier­lich Ver­lust macht. Den­noch wird die­se Lage sei­tens der Eigen­tü­mer gedul­det und wert­ge­schätzt und unterstützt.

Genau in die­ser Erfah­rung keilt für mich unserm Wochen­spruch rein.

»Aus Gnade seid ihr gerettet durch Glauben, und das nicht aus euch: Gottes Gabe ist es.« (Epheser 2,8)

Wel­che Grö­ße Got­tes wird uns hier ver­mit­telt! Es liegt nicht an unse­rem Kön­nen, es liegt auch nicht an unse­rem Fleiß, noch an unse­rem klei­nen Glau­ben. Son­dern es ist die Lie­be Got­tes, die uns umhüllt und die uns ret­tet. Das neh­men wir ganz oft als selbst­ver­ständ­lich an, weil das Wort »wohl­ver­dient« in unse­rem mensch­li­chen Sein ver­wur­zelt ist. Mein ICH anstatt Jesus Chris­tus. Schön­re­de­rei und Selbst­lob, anstatt demü­tig auf Jesus zu blicken.

Den­noch bleibt das Wich­tigs­te ewig bestehend »nicht aus euch« denn ohne Jesus sind wir nichts.

Nehmt bit­te, lie­be Geschwis­ter in Jesus, die­se Demut für die Som­mer­ta­ge mit. Nicht um euch klein zu machen, son­dern unserm Herr Jesus Chris­tus Euren Dank und Euer Lob geben zu können:

  • für all die Momen­te, in dem Er euch getra­gen hat
  • für das, was Er für euch getan hat
  • und dass Er in den bevor­ste­hen­den Angst-Momen­te immer dabei sein wird.

Denn, Got­tes Gabe ist es.

ZI

zum Wochenspruch 28. Juni 2026

»Einer trage des andern Last, so werdet ihr das Gesetz Christi erfüllen.« (Galater 6,2)

Jeder Mensch hat Las­ten zu tra­gen. Man­che sind sicht­bar: Krank­heit, Trau­er, Sor­gen um die Fami­lie oder finan­zi­el­le Nöte. Ande­re blei­ben ver­bor­gen: Ein­sam­keit, Ängs­te, Ent­täu­schun­gen oder Zwei­fel. Oft ver­su­chen wir, unse­re Las­ten allein zu tra­gen. Doch Pau­lus erin­nert die Gemein­de dar­an, dass Gott uns nicht als Ein­zel­kämp­fer geschaf­fen hat.

»Einer tra­ge des andern Last« – das bedeu­tet nicht, dass wir die Pro­ble­me ande­rer voll­stän­dig lösen kön­nen. Aber wir kön­nen ein Stück des Weges mit­ge­hen. Ein offe­nes Ohr, ein ermu­ti­gen­des Wort, ein Besuch, eine hel­fen­de Hand oder ein Gebet kön­nen für einen Men­schen zu einer gro­ßen Ent­las­tung werden.

Jesus selbst hat uns gezeigt, was es bedeu­tet, die Las­ten ande­rer zu tra­gen. Er hat sich den Men­schen zuge­wandt, die aus­ge­grenzt, krank oder ver­zwei­felt waren. Er hat ihre Sor­gen ernst genom­men und ihnen Got­tes Lie­be zuge­spro­chen. Schließ­lich hat er sogar die Last der Schuld der gan­zen Welt auf sich genommen.

Wenn Pau­lus vom Gesetz Chris­ti spricht, meint er das Gebot der Lie­be. Wo Men­schen für­ein­an­der da sind, wird die­se Lie­be sicht­bar. Dort ent­steht Gemein­schaft, die trägt. Nie­mand muss alles allein schaffen.

Viel­leicht ken­nen ihr jeman­den, der gera­de eine schwe­re Last trägt. Viel­leicht bis du selbst auf Hil­fe ange­wie­sen. Bei­des gehört zum Leben in der Gemein­de. Wir dür­fen geben und emp­fan­gen. So wird die Lie­be Chris­ti unter uns lebendig.

Möge Gott uns offe­ne Augen schen­ken für die Men­schen neben uns und ein Herz, das bereit ist, Las­ten mitzutragen.

G. Sch.

zum Wochenspruch 21. Juni 2026

»Der Menschensohn ist gekommen, zu suchen und selig zu machen, was verloren ist.«
(Lukas 19,10)

Lie­be Geschwis­ter und lie­be Freun­din­nen und Freunde!

Mit die­ser Aus­sa­ge von Jesus endet die Geschich­te, als Jesus beim Zoll­ein­neh­mer Zachä­us zu Gast in des­sen Haus war.

Die theo­lo­gi­sche Eli­te der Pha­ri­sä­er hat­te sich wäh­rend­des­sen über Jesus mokiert und laut arti­ku­liert »bei einem aus­ge­mach­ten Sün­der ist die­ser Jesus eingekehrt!«

Ja, sie muss­ten von Jesus erst ein­mal ler­nen, dass er eben so gar nicht ihren gesell­schaft­li­chen Kon­ven­tio­nen ent­sprach. Aus ihrer Sicht ging das nun mal gar nicht: bei einem Zoll­ein­neh­mer zu Gast zu sein! Das war aus ihrer Sicht die unters­te gesell­schaft­li­che Schub­la­de; eben ein aus­ge­mach­ter Sün­der! Und dann sagt Jesus die­sen frap­pie­ren­den Satz, dass er eben gera­de die Ver­lo­re­nen suchen und erret­ten möchte.

Viel­leicht kann das für Dich und mich heu­te ein Ansporn sein, wenn wir mal einen Blick auf die Men­schen in unse­rem Umfeld wer­fen? Für wen kannst Du, für wen kann ich heu­te da sein? Wem kön­nen wir etwas von die­ser ret­ten­den und froh­ma­chen­den Bot­schaft von Jesus weitersagen?

Ich wün­sche uns dazu für die kom­men­de Zeit offe­ne Augen und Ohren! Gott möch­te uns genau mit die­sen Eigen­schaf­ten zurüsten.

E. M.

zum Wochenspruch 14. Juni 2026

»Kommt her zu mir, alle, die ihr mühselig und beladen seid; ich will euch erquicken.« (Matthäus 11,28)

Lie­be Geschwis­ter und lie­be Freun­din­nen und Freunde!

Welch eine groß­ar­ti­ge Zusa­ge erhal­ten hier die Jün­ger von Jesus. Ich den­ke, die meis­ten Men­schen wer­den irgend­wann in ihrem Leben an einen Punkt kom­men, in wel­chem das Leben mühe­voll ist und die Sor­gen dann wie eine Last auf die Schul­tern drü­cken. Bei mir ist dies jeden­falls schön öfter so passiert.

Und genau in die­sen Momen­ten gilt für uns Chris­ten die Zusa­ge von Jesus: Er selbst will uns erquicken.

Habt Ihr schon ein­mal über die­ses Wort erqui­cken nach­ge­dacht? Klaus Ber­ger über­setzt hier mit »auf­at­men«. Für mich bedeu­tet dies dann, dass Jesus mir die Last abneh­men und mir Ruhe und Frie­den in mein Herz schen­ken wird, ich also wirk­lich auf­at­men darf; auch dann, wenn ich selbst nicht mehr kann oder am Ver­zwei­feln bin.

Ich wün­sche uns heu­te, dass wir die­se Zusa­ge von Jesus immer vor Augen haben, wenn uns die Sor­gen in unse­rem Leben mal wie­der erdrü­cken wollen.

E. M.