zum biblischen Votum für Karfreitag:

»Also hat Gott die Welt geliebt, dass er seinen eingeborenen Sohn gab, auf dass alle, die an ihn glauben, nicht verloren gehen, sondern das ewige Leben haben.« (Johannes 3,16)

Lie­be Geschwis­ter und lie­be Freun­din­nen und Freunde!

In weni­gen Tagen ist es wie­der soweit: Das größ­te Fest für uns Chris­ten mit Kar­frei­tag und Ostern steht vor uns.

Und wir erin­nern uns dar­an, dass Jesus die ganz per­sön­li­che Schuld von jedem ein­zel­nen Men­schen auf sich genom­men hat und dafür an das Kreuz auf Gol­ga­tha gena­gelt wur­de. Die­se Tat kön­nen wir mit unse­rem mensch­li­chen Ver­stand kaum ermes­sen. Aber die­ser Tod am Kreuz hat Aus­wir­kun­gen auf uns Men­schen: Alle, die an ihn – und damit an die­sen stell­ver­tre­ten­den Tod – glau­ben, gehen damit nicht mehr ver­lo­ren, son­dern erlan­gen das ewi­ge Leben.

Genau dies hat sich mit der Auf­er­ste­hung Jesu von den Toten vor ca. 2.000 Jah­ren bestä­tigt. Jesus ist nicht im Grab bei den Toten geblie­ben, son­dern er ist sei­nen Nach­fol­gern erschie­nen. Und damit ist auch für uns die Per­spek­ti­ve des ewi­gen Lebens ent­stan­den. Ist das nicht für uns ein groß­ar­ti­ger Grund zum Freuen?

E. M.

zum Monatsspruch April 2026

»Jesus spricht zu Thomas: Weil du mich gesehen hast, darum glaubst du? Selig sind, die nicht sehen und doch glauben! (Johannes 20,29)«

Ein Zuspruch für alle, die zweifeln:
War­um Zwei­fel kein Grund zum Ver­zwei­feln sind

»Das glau­be ich erst, wenn ich es sehe!« – ein Satz, der gut in unse­re Zeit passt. Mir geht es oft genau­so. Tho­mas, der häu­fig zu Unrecht als »der Ungläu­bi­ge« bezeich­net wird, erging es ähn­lich. Er woll­te Jesu Wun­den berüh­ren, um das Unfass­ba­re der Auf­er­ste­hung wirk­lich zu begrei­fen. Wenn ich ehr­lich bin, ist er mir sehr nah – und Dir, Ihnen viel­leicht auch? Er woll­te kei­ne Berich­te aus zwei­ter Hand, son­dern eine eige­ne Begeg­nung. Jesus schenkt ihm genau die­sen Moment und führt Tho­mas zu dem stau­nen­den Bekennt­nis: »Mein Herr und mein Gott!«

Dar­auf folgt der Vers der Monats­lo­sung für April. Jesus sagt zu Tho­mas: Weil du mich gese­hen hast, dar­um glaubst du? Selig sind, die nicht sehen und doch glau­ben! Für mich ist die­ser Satz kein Vor­wurf an Tho­mas, son­dern ein Zuspruch, gar eine Lie­bes­er­klä­rung an uns. Er sagt uns: Glau­be ist auch ohne Sehen, ohne »Bewei­se« mög­lich. Der Auf­er­stan­de­ne berührt uns heu­te durch Sein Wort.

Dabei müs­sen wir unse­ren Ver­stand nicht aus­schal­ten. Wir dür­fen fra­gen und auch zwei­feln. Manch­mal schenkt Gott uns Ant­wor­ten, die unse­ren Glau­ben rei­fen las­sen. Und dort, wo Ant­wor­ten aus­blei­ben, dür­fen wir manch­mal erle­ben, wie das Ver­trau­en trotz­dem tie­fer wer­den kann. Wie sich Sein Frie­de aus­brei­tet – mit­ten in den Fra­gen, teils gegen alle Vernunft.

Die­ses Ver­trau­en wün­sche ich uns allen: einen Glau­ben, der genau dort wächst, wo die Bewei­se auf­hö­ren und wir stau­nend los­las­sen kön­nen. Ohne die Geschich­te des Tho­mas wür­de uns etwas Wesent­li­ches feh­len. Jesus hat damals nicht nur Tho­mas beschenkt, son­dern uns alle, die wir heu­te nicht sehen und doch glau­ben dürfen.

Was für ein Zuspruch und ein Segen! Zwei­fel sind kein Grund zum Verzweifeln.

L. Str.

zum Wochenspruch 22.03.2026 (Judica)

»Der Menschensohn ist nicht gekommen, dass er sich dienen lasse, sondern dass er diene und gebe sein Leben als Lösegeld für viele.« (Matthäus 20,28)

Lie­be Geschwis­ter und lie­be Freun­din­nen und Freunde!

Ist es manch­mal nicht auch bei uns genau­so, dass wir ger­ne im Ram­pen­licht ste­hen und/​oder auch ger­ne hofiert wer­den? Ist das nicht urmensch­lich, dass wir so ticken?

Ich jeden­falls kann mich davon nicht freisprechen.

Und auch den Jün­gern Jesu waren die­se Gedan­ken wohl nicht fremd.

Und dann kommt Jesus und rückt die­se Maß­stä­be ein­fach zurecht. Er stellt ihr gesam­tes Den­ken und Han­deln infra­ge. »Ihr wisst nicht, was ihr bit­tet«, sagt er. Gedul­dig erklärt er ihnen noch ein­mal sei­nen Weg und den Sinn sei­nes Kom­mens für die­se Welt.

Und unmit­tel­bar danach schließt sich dann die Aus­sa­ge aus unse­rem Wochen­spruch an. Ist das nicht nach mei­nen mensch­li­chen Vor­stel­lun­gen ein äußerst merk­wür­di­ges Got­tes­bild? Ein Gott, der die gan­ze Welt geschaf­fen hat, ein Gott, der alle Macht der Welt besitzt will mir die­nen? Die­ses Got­tes­bild wider­spricht doch sehr mei­nen mensch­li­chen Vor­stel­lun­gen von einem gro­ßen all­mäch­ti­gen Gott. Aber Got­tes Ret­tungs­weg für die­se Welt und damit auch für mein Leben sieht eben anders aus. Er lässt sich nicht bedie­nen! Er dient selbst! Er for­dert kei­ne Opfer von uns. Er hat sich für uns Men­schen am Kreuz selbst auf­ge­op­fert. Und er bringt uns damit nicht in wei­te­re Abhängigkeiten.

Im Reich Got­tes gel­ten ande­re Maß­stä­be: Gro­ßes wird klein und Klei­nes wird groß. Rei­che wer­den zu Armen und Arme zu Rei­chen. Nicht herr­schen, son­dern die­nen ist ange­sagt. Genau so hat es Jesus uns vor­ge­lebt! Ich möch­te uns heu­te ein­la­den, die­se Gedan­ken ein­mal für uns selbst wei­ter durch­zu­buch­sta­bie­ren. Und ich wün­sche uns dann ganz viel Mut zu Ver­än­de­run­gen in dem eige­nen Leben.

E. M.

zum Wochenspruch 15. März 2026

»Wenn das Weizenkorn nicht in die Erde fällt und erstirbt, bleibt es allein; wenn es aber abstirbt, bringt es viel Frucht.« (Johannes 12,24)

Lie­be Geschwis­ter und lie­be Freun­din­nen und Freunde!

Kurz nach­dem Jesus in Jeru­sa­lem ein­ge­zo­gen ist und von einer jubeln­den Men­schen­men­ge emp­fan­gen wur­de, sagt er die­sen auf den ers­ten Blick rät­sel­haf­ten oder gar merk­wür­di­gen Satz. Die­se Aus­sa­ge passt doch so gar nicht in die Situa­ti­on einer sich freu­en­den Men­schen­men­ge! Oder eben doch?

Jesus spricht hier von sich selbst, und damit von sei­nem sehr bald bevor­ste­hen­den Tod. Und auch heu­te will er uns damit sagen: die­ser, mein Tod, war abso­lut lebens­not­wen­dig für dich und für mich. Und die­ser Tod hat eine wirk­lich lebens­ver­än­dern­de Per­spek­ti­ve für uns Men­schen mit sich gebracht. Mit dem Tod ist eben nicht alles zu Ende; der Tod muss nicht mehr das letz­te Wort haben. Wir Chris­ten glau­ben, dass genau die­se Tat­sa­che mit dem Tod von Jesus auf Gol­ga­tha an Kar­frei­tag und sei­ner Auf­er­ste­hung an Ostern sei­ne Voll­endung gefun­den hat.

Für mich per­sön­lich ist das ein Anlass zur Dank­bar­keit gegen­über unse­rem Ret­ter, Jesus Chris­tus. Und daher auch wie­der eine sehr mut­ma­chen­de Per­spek­ti­ve in der augen­blick­li­chen Passionszeit.

E. M.

zum Wochenspruch 3. Sonntag der Passionszeit (8. März 2026)

»Wer die Hand an den Pflug legt und sieht zurück, der ist nicht geschickt für das Reich Gottes.« (Lukas 9,62)

Lie­be Geschwis­ter und lie­be Freun­din­nen und Freunde!

Jesus nach­zu­fol­gen scheint selbst nach sei­nen eige­nen Aus­sa­gen nicht ganz so ein­fach zu sein.

Und Jesus gibt sei­nen Nach­fol­gern dann gleich noch eine Emp­feh­lung für sie mit: Wer ein Leben mit Jesus und mit Gott füh­ren möch­te, der blickt also bes­ser nicht mehr auf sei­ne Ver­gan­gen­heit zurück, son­dern schaut unbe­irrt nach vorne.

Viel­leicht ist das für uns Men­schen durch­aus hilf­reich. Denn ganz egal, was da in mei­ner Ver­gan­gen­heit ein­mal gesche­hen sein mag: Unser Blick darf nach vor­ne – auf Jesus – aus­ge­rich­tet sein.

Die Umkehr zu Gott birgt dabei einen wun­der­schö­nen Gedan­ken für uns in sich: Ein völ­li­ger und damit auch ein abso­lu­ter Neu­start mit Jesus und mit Gott ist wirk­lich mög­lich. Und ein Blick zurück auf eine viel­leicht schwie­ri­ge Ver­gan­gen­heit wäre dabei für uns mehr schäd­lich als hilfreich.

Ist das nicht für uns Chris­ten eine wun­der­bar mut­ma­chen­de Per­spek­ti­ve? Wir dür­fen unse­re Bli­cke in unse­rem Leben nach vor­ne auf Jesus Chris­tus lenken!

E. M.

zum Monatsspruch März 2026

Monatsspruch März: »Da weinte Jesus.« (Johannes 11,35)

Zwei Wor­te nur – und doch gehö­ren sie für mich zu den tiefs­ten der Bibel. »Da wein­te Jesus.« Kein lan­ger Satz, kei­ne Erklä­rung, kei­ne theo­lo­gi­sche Aus­le­gung. Trä­nen. Mehr nicht. Und genau dar­in liegt ihre Kraft.

Jesus steht am Grab des Laza­rus. Er kennt den Schmerz der Schwes­tern, Maria und Mar­ta. Er sieht die Trau­er der Men­schen um ihn her­um. Und er weiß zugleich: Der Tod wird nicht das letz­te Wort behal­ten. Laza­rus wird auf­er­ste­hen. Trotz­dem weint Jesus. Warum?

Die­se Trä­nen zei­gen uns Jesus als wah­ren Men­schen. Er fühlt, was wir füh­len. 01Er lei­det mit. Er bleibt nicht auf Abstand, erklärt nicht vor­schnell, rela­ti­viert nicht. Jesus nimmt den Schmerz ernst – auch dann, wenn er weiß, dass Hoff­nung kommt. Glau­be bedeu­tet bei ihm nicht Gefühl­lo­sig­keit. Wer liebt, der weint.

Gera­de dar­in wird aber auch deut­lich: Jesus ist nicht nur Mensch, son­dern auch Gott. Sei­ne Trä­nen sind kein Zei­chen von Ohn­macht, son­dern von Lie­be. Gott selbst bleibt nicht unbe­rührt vom Leid der Welt. Er sieht den Tod nicht von außen, son­dern steht mit­ten unter den Trau­ern­den. Ein Gott, der weint, ist ein Gott, der nahe­kommt. Ein Gott, der weiß, wie wir uns fühlen.

Das Evan­ge­li­um nach Johan­nes erzählt uns die­ses Detail nicht zufäl­lig. Es zeigt uns, dass wir vor Gott nichts ver­ste­cken müs­sen. Unse­re Trä­nen, unse­re Zwei­fel tren­nen uns nicht von Got­tes Nähe – im Gegen­teil: Sie haben bei Gott ihren Platz. Jesus begeg­net uns nicht erst, wenn wir stark sind, son­dern gera­de dort, wo wir zer­bro­chen sind.

Und doch blei­ben die Trä­nen nicht das Ende. Auf das Wei­nen folgt das Leben. Auf die Trau­er die Hoff­nung. Jesus weint – und Jesus ruft Laza­rus aus dem Grab. Bei­des gehört zusammen.

Dar­um dür­fen auch wir wei­nen. Und wir dür­fen hof­fen. Denn der, der unse­re Trä­nen kennt, ist der­sel­be, der dem Tod das letz­te Wort nimmt.

Cori­na Milek