Die Osterpredigt von Frank Weber fußt auf 1. Korinther 15,12 – 22. Sie kann hier unten nachgehört werden.
Karfreitag: Predigt »Totpunkt als Wendepunkt«
Die Predigt vom Karfreitag von Frank Weber fußt auf Johannes 19, den Kreuzigungstexten. Die Predigt kann hier nachgehört werden.
zum biblischen Votum für Karfreitag:
»Also hat Gott die Welt geliebt, dass er seinen eingeborenen Sohn gab, auf dass alle, die an ihn glauben, nicht verloren gehen, sondern das ewige Leben haben.« (Johannes 3,16)
Liebe Geschwister und liebe Freundinnen und Freunde!
In wenigen Tagen ist es wieder soweit: Das größte Fest für uns Christen mit Karfreitag und Ostern steht vor uns.
Und wir erinnern uns daran, dass Jesus die ganz persönliche Schuld von jedem einzelnen Menschen auf sich genommen hat und dafür an das Kreuz auf Golgatha genagelt wurde. Diese Tat können wir mit unserem menschlichen Verstand kaum ermessen. Aber dieser Tod am Kreuz hat Auswirkungen auf uns Menschen: Alle, die an ihn – und damit an diesen stellvertretenden Tod – glauben, gehen damit nicht mehr verloren, sondern erlangen das ewige Leben.
Genau dies hat sich mit der Auferstehung Jesu von den Toten vor ca. 2.000 Jahren bestätigt. Jesus ist nicht im Grab bei den Toten geblieben, sondern er ist seinen Nachfolgern erschienen. Und damit ist auch für uns die Perspektive des ewigen Lebens entstanden. Ist das nicht für uns ein großartiger Grund zum Freuen?
E. M.
zum Monatsspruch April 2026
»Jesus spricht zu Thomas: Weil du mich gesehen hast, darum glaubst du? Selig sind, die nicht sehen und doch glauben! (Johannes 20,29)«
Ein Zuspruch für alle, die zweifeln:
Warum Zweifel kein Grund zum Verzweifeln sind
»Das glaube ich erst, wenn ich es sehe!« – ein Satz, der gut in unsere Zeit passt. Mir geht es oft genauso. Thomas, der häufig zu Unrecht als »der Ungläubige« bezeichnet wird, erging es ähnlich. Er wollte Jesu Wunden berühren, um das Unfassbare der Auferstehung wirklich zu begreifen. Wenn ich ehrlich bin, ist er mir sehr nah – und Dir, Ihnen vielleicht auch? Er wollte keine Berichte aus zweiter Hand, sondern eine eigene Begegnung. Jesus schenkt ihm genau diesen Moment und führt Thomas zu dem staunenden Bekenntnis: »Mein Herr und mein Gott!«
Darauf folgt der Vers der Monatslosung für April. Jesus sagt zu Thomas: Weil du mich gesehen hast, darum glaubst du? Selig sind, die nicht sehen und doch glauben! Für mich ist dieser Satz kein Vorwurf an Thomas, sondern ein Zuspruch, gar eine Liebeserklärung an uns. Er sagt uns: Glaube ist auch ohne Sehen, ohne »Beweise« möglich. Der Auferstandene berührt uns heute durch Sein Wort.
Dabei müssen wir unseren Verstand nicht ausschalten. Wir dürfen fragen und auch zweifeln. Manchmal schenkt Gott uns Antworten, die unseren Glauben reifen lassen. Und dort, wo Antworten ausbleiben, dürfen wir manchmal erleben, wie das Vertrauen trotzdem tiefer werden kann. Wie sich Sein Friede ausbreitet – mitten in den Fragen, teils gegen alle Vernunft.
Dieses Vertrauen wünsche ich uns allen: einen Glauben, der genau dort wächst, wo die Beweise aufhören und wir staunend loslassen können. Ohne die Geschichte des Thomas würde uns etwas Wesentliches fehlen. Jesus hat damals nicht nur Thomas beschenkt, sondern uns alle, die wir heute nicht sehen und doch glauben dürfen.
Was für ein Zuspruch und ein Segen! Zweifel sind kein Grund zum Verzweifeln.
L. Str.
Predigt »Licht nicht unter den Scheffel stellen« vom 22.03.2026
Die Predigt von Frank Weber vom 22. März 2026 (Sonntag Judica) fußt auf Matthäus 5,13 – 17. Sie kann hier nachgehört werden.
zum Wochenspruch 22.03.2026 (Judica)
»Der Menschensohn ist nicht gekommen, dass er sich dienen lasse, sondern dass er diene und gebe sein Leben als Lösegeld für viele.« (Matthäus 20,28)
Liebe Geschwister und liebe Freundinnen und Freunde!
Ist es manchmal nicht auch bei uns genauso, dass wir gerne im Rampenlicht stehen und/oder auch gerne hofiert werden? Ist das nicht urmenschlich, dass wir so ticken?
Ich jedenfalls kann mich davon nicht freisprechen.
Und auch den Jüngern Jesu waren diese Gedanken wohl nicht fremd.
Und dann kommt Jesus und rückt diese Maßstäbe einfach zurecht. Er stellt ihr gesamtes Denken und Handeln infrage. »Ihr wisst nicht, was ihr bittet«, sagt er. Geduldig erklärt er ihnen noch einmal seinen Weg und den Sinn seines Kommens für diese Welt.
Und unmittelbar danach schließt sich dann die Aussage aus unserem Wochenspruch an. Ist das nicht nach meinen menschlichen Vorstellungen ein äußerst merkwürdiges Gottesbild? Ein Gott, der die ganze Welt geschaffen hat, ein Gott, der alle Macht der Welt besitzt will mir dienen? Dieses Gottesbild widerspricht doch sehr meinen menschlichen Vorstellungen von einem großen allmächtigen Gott. Aber Gottes Rettungsweg für diese Welt und damit auch für mein Leben sieht eben anders aus. Er lässt sich nicht bedienen! Er dient selbst! Er fordert keine Opfer von uns. Er hat sich für uns Menschen am Kreuz selbst aufgeopfert. Und er bringt uns damit nicht in weitere Abhängigkeiten.
Im Reich Gottes gelten andere Maßstäbe: Großes wird klein und Kleines wird groß. Reiche werden zu Armen und Arme zu Reichen. Nicht herrschen, sondern dienen ist angesagt. Genau so hat es Jesus uns vorgelebt! Ich möchte uns heute einladen, diese Gedanken einmal für uns selbst weiter durchzubuchstabieren. Und ich wünsche uns dann ganz viel Mut zu Veränderungen in dem eigenen Leben.
E. M.
zum Wochenspruch 15. März 2026
»Wenn das Weizenkorn nicht in die Erde fällt und erstirbt, bleibt es allein; wenn es aber abstirbt, bringt es viel Frucht.« (Johannes 12,24)
Liebe Geschwister und liebe Freundinnen und Freunde!
Kurz nachdem Jesus in Jerusalem eingezogen ist und von einer jubelnden Menschenmenge empfangen wurde, sagt er diesen auf den ersten Blick rätselhaften oder gar merkwürdigen Satz. Diese Aussage passt doch so gar nicht in die Situation einer sich freuenden Menschenmenge! Oder eben doch?
Jesus spricht hier von sich selbst, und damit von seinem sehr bald bevorstehenden Tod. Und auch heute will er uns damit sagen: dieser, mein Tod, war absolut lebensnotwendig für dich und für mich. Und dieser Tod hat eine wirklich lebensverändernde Perspektive für uns Menschen mit sich gebracht. Mit dem Tod ist eben nicht alles zu Ende; der Tod muss nicht mehr das letzte Wort haben. Wir Christen glauben, dass genau diese Tatsache mit dem Tod von Jesus auf Golgatha an Karfreitag und seiner Auferstehung an Ostern seine Vollendung gefunden hat.
Für mich persönlich ist das ein Anlass zur Dankbarkeit gegenüber unserem Retter, Jesus Christus. Und daher auch wieder eine sehr mutmachende Perspektive in der augenblicklichen Passionszeit.
E. M.
Predigt: »Vom Ernst der Nachfolge« (8. März 2026)
Die Predigt Frank Webers vom Sonntag Okluli, dem dritten Sonntag in der Passionszeit, fußt auf Lukas 9,57 – 62. Sie kann hier nachgehört werden:
zum Wochenspruch 3. Sonntag der Passionszeit (8. März 2026)
»Wer die Hand an den Pflug legt und sieht zurück, der ist nicht geschickt für das Reich Gottes.« (Lukas 9,62)
Liebe Geschwister und liebe Freundinnen und Freunde!
Jesus nachzufolgen scheint selbst nach seinen eigenen Aussagen nicht ganz so einfach zu sein.
Und Jesus gibt seinen Nachfolgern dann gleich noch eine Empfehlung für sie mit: Wer ein Leben mit Jesus und mit Gott führen möchte, der blickt also besser nicht mehr auf seine Vergangenheit zurück, sondern schaut unbeirrt nach vorne.
Vielleicht ist das für uns Menschen durchaus hilfreich. Denn ganz egal, was da in meiner Vergangenheit einmal geschehen sein mag: Unser Blick darf nach vorne – auf Jesus – ausgerichtet sein.
Die Umkehr zu Gott birgt dabei einen wunderschönen Gedanken für uns in sich: Ein völliger und damit auch ein absoluter Neustart mit Jesus und mit Gott ist wirklich möglich. Und ein Blick zurück auf eine vielleicht schwierige Vergangenheit wäre dabei für uns mehr schädlich als hilfreich.
Ist das nicht für uns Christen eine wunderbar mutmachende Perspektive? Wir dürfen unsere Blicke in unserem Leben nach vorne auf Jesus Christus lenken!
E. M.
zum Monatsspruch März 2026
Monatsspruch März: »Da weinte Jesus.« (Johannes 11,35)
Zwei Worte nur – und doch gehören sie für mich zu den tiefsten der Bibel. »Da weinte Jesus.« Kein langer Satz, keine Erklärung, keine theologische Auslegung. Tränen. Mehr nicht. Und genau darin liegt ihre Kraft.
Jesus steht am Grab des Lazarus. Er kennt den Schmerz der Schwestern, Maria und Marta. Er sieht die Trauer der Menschen um ihn herum. Und er weiß zugleich: Der Tod wird nicht das letzte Wort behalten. Lazarus wird auferstehen. Trotzdem weint Jesus. Warum?
Diese Tränen zeigen uns Jesus als wahren Menschen. Er fühlt, was wir fühlen. 01Er leidet mit. Er bleibt nicht auf Abstand, erklärt nicht vorschnell, relativiert nicht. Jesus nimmt den Schmerz ernst – auch dann, wenn er weiß, dass Hoffnung kommt. Glaube bedeutet bei ihm nicht Gefühllosigkeit. Wer liebt, der weint.
Gerade darin wird aber auch deutlich: Jesus ist nicht nur Mensch, sondern auch Gott. Seine Tränen sind kein Zeichen von Ohnmacht, sondern von Liebe. Gott selbst bleibt nicht unberührt vom Leid der Welt. Er sieht den Tod nicht von außen, sondern steht mitten unter den Trauernden. Ein Gott, der weint, ist ein Gott, der nahekommt. Ein Gott, der weiß, wie wir uns fühlen.
Das Evangelium nach Johannes erzählt uns dieses Detail nicht zufällig. Es zeigt uns, dass wir vor Gott nichts verstecken müssen. Unsere Tränen, unsere Zweifel trennen uns nicht von Gottes Nähe – im Gegenteil: Sie haben bei Gott ihren Platz. Jesus begegnet uns nicht erst, wenn wir stark sind, sondern gerade dort, wo wir zerbrochen sind.
Und doch bleiben die Tränen nicht das Ende. Auf das Weinen folgt das Leben. Auf die Trauer die Hoffnung. Jesus weint – und Jesus ruft Lazarus aus dem Grab. Beides gehört zusammen.
Darum dürfen auch wir weinen. Und wir dürfen hoffen. Denn der, der unsere Tränen kennt, ist derselbe, der dem Tod das letzte Wort nimmt.
Corina Milek

