zum Wochenspruch 6. September 2026

»Lobe den Herrn, meine Seele, und vergiss nicht, was er dir Gutes getan hat.« (Psalm 103,2)

Lie­be Geschwis­ter und lie­be Freun­din­nen und Freunde!

Wenn ich die­sen Bibel­vers höre, klingt bei mir fast immer das Lied dazu im Kopf, bei wel­chem wir Stro­phen und Refrain im Kanon dazu sin­gen können.

Aber wie sieht das nun tat­säch­lich in mei­nem All­tag bei mir aus? Kann ich zu jeder Zeit mei­nen Gott loben, gera­de viel­leicht auch in Zei­ten, in denen es mir nicht gut geht?

Ich muss geste­hen, dass obwohl ich die Ver­hei­ßung ken­ne, das häu­fig bei mir eben nicht so ist. Und häu­fig fra­ge ich dann Gott, war­um es gera­de so knüp­pel­di­cke für mich kommt.

In den dar­auf­fol­gen­den Ver­sen unse­res Psalms lesen wir eine Begrün­dung für die­se Auf­for­de­rung zum Lob: »der dir alle dei­ne Sün­den ver­gibt und hei­let alle dei­ne Gebre­chen, der dein Leben vom Ver­der­ben erlöst, der dich krö­net mit Gna­de und Barmherzigkeit.«

Heu­te möch­te ich dich und mich dazu ermun­tern, wie­der ein­mal den Psalm 103 in Eurer Bibel auf­zu­schla­gen und dann kom­plett in aller Ruhe und Stil­le zu lesen.

Und in der Tat: Wenn ich das tue, dann spü­re ich so viel Lob und Dank­bar­keit Gott gegen­über in mei­nem Her­zen, dass ich gar nicht anders kann, als das Lied anzu­stim­men »Lobe den Herrn, mei­ne See­le, und sei­nen hei­li­gen Namen. Was er dir Gutes getan hat, See­le ver­giss es nicht. Amen!«

E. M.

zum Monatsspruch September 2026

»Besser eine Hand voll mit Ruhe als beide Fäuste voll mit Mühe und Haschen nach Wind.« (Prediger 4,6)

Ein Vers aus dem Pre­di­ger, der zunächst stört, ver­mut­lich weil unge­wohn­te Wor­te mit­ein­an­der in Zusam­men­hang gebracht werden.
Ich möch­te zunächst die Sub­stan­ti­ve betrachten:

Mit Hand ver­bin­de ich seg­nen­de Hän­de, Hän­de, die lei­ten und füh­ren, Lie­ben­de geben sich die Hand und wir geben uns in Deutsch­land zur Begrü­ßung oft die Hand. Sie sind ein Zei­chen für Nähe und Zuwen­dung. Die Ruhe steht für mich für die Gegen­wart Got­tes, der Jere­mia in der Stil­le begeg­net. Wir Men­schen benö­ti­gen inne­re und äuße­re Ruhe, um die Stim­me Got­tes hören zu kön­nen – eine Her­aus­for­de­rung in unse­rer heu­ti­gen oft lau­ten Welt. Mit der Rede­wen­dung „Eine Hand voll Ruhe“ ist auf jeden Fall etwas sehr Posi­ti­ves gemeint.

Die Fäus­te ste­hen dage­gen für Gewalt und Zer­stö­rung. Ich habe aus Fäus­ten noch nichts Posi­ti­ves und Neu­es ent­ste­hen sehen, eher oft das Gegen­teil. Aller­dings wird eine gewis­se Wehr­haf­tig­keit auch in der Bibel oft posi­tiv beschrie­ben. Die Mühe ken­nen wir lei­der von unse­rem All­tag, wenn die Last der Arbeit und Sor­gen uns bedrückt. Aller­dings ist die Mühe manch­mal auch eine wich­ti­ge Zwi­schen­etap­pe für etwas sehr Erfreu­li­ches: Wer kennt nicht die Mühe eines Berg­auf­stie­ges, um sich dann von dem Pan­ora­ma über­wäl­ti­gen zu las­sen? Die »bei­den Fäus­te voll Mühe« hören sich nicht erstre­bens­wert an, wir ver­su­chen sicher­lich alle, sie zu vermeiden.

Bleibt der Wind: Ein ver­gäng­li­cher Zustand, der uns im Som­mer oft erfrischt oder mit der Wind­kraft Ener­gie schenkt. Auch Gott begeg­net uns in der Bibel im Säu­seln des Win­des. Was ist aber mit »Haschen nach Wind« gemeint? Wir kön­nen den Wind nicht ein­fan­gen und kon­ser­vie­ren, dies ist eine ver­geb­li­che Mühe. Wind ist Bewe­gung und Ener­gie, die nicht fest­ge­hal­ten wer­den kann, wir kön­nen das Blatt im Wind fest­hal­ten, aber nicht den Wind, dar­an wer­den wir schei­tern und verzweifeln.

Für mich stellt der Vers die Fra­ge, wie wir, wie ich leben will. Was ist mir wich­tig? Wie begeg­ne ich ande­ren Men­schen und wie gestal­te ich mei­nem All­tag? Mit offe­nen Hän­den oder mit Fäus­ten? Was bleibt und erfüllt mich und führt zu einem gelin­gen­den Leben? Sicher­lich nicht das ver­geb­li­che Haschen nach dem ver­gäng­li­chen Wind, son­dern viel­leicht die Suche nach einem fes­ten Fun­da­ment, auf das ich mein Leben bau­en kann, auch wenn der Wind stür­misch weht.

Ch. Str.

Predigt »Warum Diakonie Verkündigung ist« vom 30. August 2026

Heu­te ist Got­tes­dienst mit Glie­der­auf­nah­me gewe­sen. Vier Frau­en wur­den Kir­chen­glie­der. Die Pre­digt zu Apos­tel­ge­schich­te 6,1 – 7 hielt Frank Weber also zum vor­ge­se­he­nen Text für den 13. Sonn­tag nach Tri­ni­ta­tis. Sie kann unten nach­ge­hört werden.

zum Wochenspruch 30. August 2026

»Christus spricht: Was ihr getan habt einem von diesen meinen geringsten Brüdern, das habt ihr mir getan.« (Matthäus 25,40b)

Lie­be Geschwis­ter und lie­be Freun­din­nen und Freunde!

Mit die­ser Aus­sa­ge möch­te uns Jesus in die Not der Men­schen mit hin­ein­neh­men. Egal ob da Krank­heit, Trau­er, All­tags­sor­gen etc. sind: er ver­pflich­tet uns als Chris­ten­men­schen. Er möch­te, dass wir an den Nöten unse­rer Mit­men­schen nicht ein­fach vor­bei­ge­hen, son­dern aktiv Hil­fe leisten.

Genau das bringt unser Kir­chen­va­ter John Wes­ley mit dem Stich­wort »Heiligung«auf den Punkt: Ein Glau­be an Gott und ein Glau­be an Jesus soll sich regel­mä­ßig an unse­rem akti­ven Tun zeigen.

Heu­te möch­te ich uns daher ganz bewusst dazu fra­gen: Wo bin ich und wo bist Du gefor­dert, einem in per­sön­li­che Not gera­te­nen Men­schen unter die Arme zu grei­fen und für ihn zu einer Hil­fe­stel­lung zu werden?

Ich möch­te uns des­halb dazu ermu­ti­gen, die Nöte unse­rer Mit­men­schen mit offe­nen Augen zu ent­de­cken und ihnen dann auch zu hel­fen. Wir tun es für Jesus!

E. M.

zum Wochenspruch zum 23. August 2026

»Das geknickte Rohr wird er nicht zerbrechen, und den glimmenden Docht wird er nicht auslöschen.« (Jesaja 42,3a)

Lie­be Geschwis­ter und lie­be Freun­din­nen und Freunde!

Die­ses Zitat aus Jesa­ja nimmt Jesus in sei­ner Ver­kün­di­gung gegen­über den Men­schen auf, nach­dem die Pha­ri­sä­er den Beschluss gefasst hat­ten, ihn zu töten. Wir lesen dazu in Mat­thä­us 12,15 ff dass er danach ein­fach von dort weg­ging, um dann wei­ter­hin sei­nen Auf­trag zu erfül­len: vie­len Men­schen die fro­he Bot­schaft zu ver­kün­di­gen, den Men­schen zu hel­fen und sie zu heilen.

Und dann berich­tet uns der Evan­ge­list Mat­thä­us noch davon, wel­chen Blick Jesus auf die ein­zel­nen Men­schen hat­te: die Ange­foch­te­nen (dies ist mei­ne per­sön­li­che Deu­tung für das geknick­tes Schilf­rohr und den glim­men­den Docht), die baut er wie­der auf. Ja und damit bringt er die Gerech­tig­keit Got­tes direkt zu den Menschen.

Ist das nicht eine immens mut­ma­chen­de Bot­schaft heu­te für uns? Ich möch­te uns alle dazu ein­la­den, von die­ser Mut­mach­bot­schaft zu sprechen!

E. M.

zum Wochenspruch 16. August 2026

»Gott widersteht den Hochmütigen, aber den Demütigen gibt er Gnade.« (1. Petrus 5,5b)

Lie­be Geschwis­ter und lie­be Freun­din­nen und Freunde!

Für mich pro­vo­ziert der Brief­schrei­ber Petrus mit sei­ner Aus­sa­ge. Und wenn ich dann die Über­set­zung nach der Guten Nach­richt lese wird es sogar noch her­aus­for­dern­der für mich: »Gott wider­setzt sich den Über­heb­li­chen, aber denen, die gering von sich den­ken, wen­det er sich zu«.

Als hoch­mü­tig wür­de ich mich selbst nicht gera­de bezeich­nen, aber wie so oft bin ich in mei­nem All­tag über­heb­lich und weiß Din­ge manch­mal eben so viel bes­ser als die Men­schen um mich herum.

Ich weiß nicht, wie es Euch beim Lesen die­ser Aus­sa­ge des Petrus geht.

Wenn ich auf mich schaue, muss ich jedoch immer wie­der fest­stel­len, dass ich als Per­son schnell zur Über­heb­lich­keit nei­ge. Und dann steht da auch noch, dass Gott sich den Men­schen zuwen­det, die gering von sich denken.

Heu­te möch­te ich mich des­halb ganz bewusst die­ser Her­aus­for­de­rung stel­len. Und ich habe die Zuver­sicht, dass Gott in mein Herz hin­ein­schaut und dann sieht, ob ich es ehr­lich mei­ne oder nicht.

Auch Euch alle möch­te ich dazu ein­la­den, uns auf die­se Her­aus­for­de­rung unse­res Wochen­spruchs ein­zu­las­sen. Unser Gott kann Gro­ßes bewirken.

E. M.

zum Monatsspruch August 2026:

»Jesus Christus spricht: Ich bin gekommen, damit sie das Leben haben und es in Fülle haben.«
(Johannes 10,10)

Zu Jesu Zeit gab es oft zu wenig; Man­gel­zei­ten. Zu wenig Nah­rung, zu wenig Regen fürs Getrei­de, zu wenig Fut­ter für das Vieh. Wenn es hier also um die Fül­le geht, die Jesus bringt, dann geht es nicht um eine Fül­le an Lebens­mit­teln, son­dern viel­mehr um eine Fül­le an Leben.

Das ist fun­da­men­tal neu und anders. Heu­te haben wir oft mehr als genug von allem, ein (zu) gro­ßer Teil unse­rer Lebens­mit­tel wird weg­ge­wor­fen, weil sie schlecht wer­den. Trotz­dem emp­fin­den vie­le einen Man­gel an Leben. Denn das, was uns wie Leben erscheint, Sozia­le Medi­en, flüch­ti­ge Kon­tak­te, das ist so fahl wie es erscheint. Wer von den Face­book-Freun­den wür­de uns wirk­lich hel­fen, wenn wir Hil­fe bräuchten?

Mei­ne The­se: Wirk­li­ches Leben für uns Men­schen gibt es in der Gemein­schaft mit Gott. Denn wir sind als sei­ne Gegen­über geschaf­fen. Wenn wir von ihm ent­frem­det leben, dann leben wir an sich ent­frem­det. Damit fehlt uns etwas, auf das hin wir gemacht und gedacht sind. – Man­che mer­ken das, ande­re nicht. Leben in Fül­le ist nicht selbst­ver­ständ­lich. Es kommt nicht, wenn wir vie­les haben, son­dern wenn wir alles haben, das wich­tig und essen­ti­ell ist: Gute Gemein­schaft mit Gott, ein ver­söhn­tes Ver­hält­nis zu uns selbst und zu anderen.

F. W.