zum Monatsspruch Oktober 2026

»Zur Freiheit hat uns Christus befreit! So steht nun fest und lasst euch nicht wieder das Joch der Knechtschaft auflegen!« Galater 5,1

Frei­heit klingt nach Urlaub, Wei­te, durch­at­men kön­nen. Nach einem Leben ohne Druck und ohne stän­di­ge Erwar­tun­gen. Doch im All­tag fühlt sich das oft anders an. Ter­mi­ne jagen uns, Ver­glei­che set­zen uns unter Stress, und inner­lich hören wir die­se Stim­me: Du musst mehr leis­ten. Du musst bes­ser sein. Du musst genügen.

Genau hier setzt Pau­lus an. Er erin­nert uns: Chris­tus hat uns befreit. Nicht: Streng dich mehr an, dann wirst du frei. Nicht: Wer­de erst gut genug. Son­dern: Es ist schon gesche­hen. Jesus hat am Kreuz alles getra­gen – Schuld, Ver­sa­gen, Angst. Wir müs­sen uns Got­tes Lie­be nicht ver­die­nen. Wir haben sie längst.

Und trotz­dem rut­schen wir schnell zurück in alte Mus­ter. Wir machen unse­ren Glau­ben zu einer To-do-Lis­te. Mehr beten, mehr schaf­fen, alles rich­tig machen. Unbe­merkt wird aus Ver­trau­en wie­der Druck. Aus Freu­de wird Pflicht. Pau­lus nennt das ein Joch; etwas, das schwer auf den Schul­tern liegt und uns klein macht.

Dar­um sein kla­rer Auf­ruf: »Steht fest!« Bleibt in der Frei­heit. Lasst euch nichts ande­res ein­re­den, auch nicht von euren eige­nen Gedanken.

Christ­li­che Frei­heit heißt: Ich darf unper­fekt sein. Ich darf Feh­ler machen und neu anfan­gen. Ich muss mich nicht stän­dig ver­glei­chen. Mein Wert hängt nicht an mei­ner Leis­tung, son­dern an Got­tes Lie­be. Und die steht fest.

Wer das glaubt, lebt anders. Ent­spann­ter. Dank­ba­rer. Muti­ger. Nicht getrie­ben, son­dern getragen.

Viel­leicht gibt es heu­te etwas, das dich inner­lich fes­selt – Sor­gen, Schuld oder der Anspruch, immer stark sein zu müs­sen. Bring es bewusst zu Chris­tus. Er hat dich nicht für ein Leben im Druck befreit, son­dern für ein Leben in Vertrauen.

Geh durch die­sen Tag mit erho­be­nem Kopf. Du bist kein Knecht mehr. Du bist Got­tes gelieb­tes Kind – frei.

Amen

L. Oe.