Das leere Grab warf alles Vorherige über den Haufen. Die Frauen, die Jünger, sie erlebten das Undenkbare: Dass es nach dem Tod weiterging, dass der Auferstandene ihnen begegnete. Erst den Frauen, dann einzelnen Jüngern (Johannes, Petrus, den Emmaus-Jüngern), dann allen und schließlich, wie Paulus im 1. Korintherbrief schreibt (1.Kor.15,6), über fünfhundert Leuten auf einmal, von denen die meisten (zur Zeit, als Paulus an die Korinther schrieb) noch lebten. – Die hätte man also fragen können.
Unglaublich? Zumindest sehr erstaunlich. So aber ist das mit Ereignissen, die einmalig sind. Für oder gegen diese spricht keine Wahrscheinlichkeit.
Die Geschichte ging jedenfalls nach Jesu Tod weiter, nach der Auferstehung folgte diese Zwischenzeit von vierzig Tagen bis Himmelfahrt. – Anschließend nahm die Christusbewegung dann ab Pfingsten richtig Fahrt auf. Darum feiern wir Pfingsten als Geburtstag der Kirche: Aus den verschreckten Jüngern, gewesenen Fischern, Zöllnern, Aufständischen usw., wurden Apostel, geschickte Gesandte, die das Evangelium in die Welt trugen.
Darum finde ich es so schade, wenn von Himmelfahrt nur noch ein Vatertags-Ausflug mit alkoholischen Getränken bleibt und kaum jemand mehr weiß, dass es Pfingsten um die Gabe (»Ausgießung«) des Heiligen Geistes ging. – Denn: Ohne dies wäre der Glaube an Jesus als den Christus ein längst vergessenes lokales Ereignis geblieben. So aber ist Gottes Geist es, der bis heute alle Kirchen, Gemeinden und auch jeden Christenmenschen antreibt. Gut so! Gott-sei-Dank!
F. W.


